London, 2005. David Malkinson ist gelangweilt. Er hat genug von den Indie-Klonen, deren Hosen wie eine zweite Haut sitzen. Vom eintönigen Gitarrenpop-Geplänkel. Und überhaupt. Die Zeit ist reif. Für Neues. Als Einmann-Band namens The Early Years startet Malkinson das, was er so schön „A shot across the bows of a tired English music scene“ nennt. Und tatsächlich kommt der Psychedelic-Gitarren-Electro-Mix des Londoners so gar nicht ermüdend daher. Mit simplem Equipment und jeder Menge Ideen in der Ohrmuschel zieht er aus, um die englischen Clubs aus ihrer Tristesse zu befreien. Doch schon bald muss auch der entschlossenste musikalische Missionar einsehen, dass ein Kämpfer an der Front nicht ausreicht, um die Schlacht zu gewinnen.

Deshalb wird kurzerhand Roger Mackin als zweites Standbein in die Alles-neu-alles-noch-nie-da-gewesen-Band geholt und Langzeitfreund Phil Raines per Telefon geordert. Im Trio tingelt man durch diverse Radiosender, gewinnt das Label Beggars Banquet für sich und hat bereits ein Jahr nach Bandgründung die erste EP namens „All Ones And Zeros“ in den Startlöchern stehen. Als „The East-London Krautrockers“, wie NME so treffend titelt, verlegt der Dreier seinen Wohnort kurzerhand ins Studio, produziert 2007 zwei weitere EP’s und das selbstbetitelte Debüt-Album. Im selben Jahr wird Ben Kersey als viertes Mitglied der Musiker-Kommune aufgenommen, nachdem er bereits seit 2006 mächtig mitgetourt hatte.

Mit jedem neuen Mitglied wurde der Sound entsprechend dichter. Vom One-Man-Gitarren-Geschrammel mit Gesang ist heute nicht mehr viel übrig. Dafür brummt der Bass ein wenig lauter, die elektronischen Spielereien sind ausgefeilter als noch vor drei Jahren. Und David Malkinson, die Stimme aus dem Off, die jedem Song einen Depeche Mode-verdächtigen Drive verleiht, freut sich. Dass er London vor den Röhrenhosen gerettet hat. Zumindest ein ganz kleines bisschen.

The Early Years sind:
David Malkinson
Roger Mackin
Phil Raines
Brendan Kersey

Jennifer Beck

The Early Years – All Ones and Zeros