Einen Vulkan zu erkennen ist gar nicht mal so leicht, Klar, wenn sich das Ding kegelförmig ins Sichtfeld schmeißt macht man einen großen Bogen um dieses Ungetüm, erst recht, wenn darüber Rauchschwaden schweben, Schwefeldämpfe die Nasenschleimhäute piesacken und der Boden unruhig vibriert. Wenn diese feuerspeienden Spaßverderber jedoch nicht zu sehen sind und unter der Oberfläche langsam vor sich hin grummeln, um ganz plötzlich auszubrechen, steht man blöd da. Vor allem wenn diese Lavaflut anfängt zu grinsen und einem die Freundin ausspannen will.

Mit dem dänischen Party-Post-Rave-Rock-Trio The Floor Is Made Of Lava hat wohl keiner gerechnet. Thobay, Simon und Ace brodelten eine Weile im Kopenhagener Underground vor sich hin, ließen den Party-Gangster raushängen und irgendwann nach einer durchtanzten Nacht kam die Erleuchtung, pardon, der Ausbruch: “Äh, als Band und so, die kommen doch viel rum, da kann man überall feiern, die Mädels außerhalb Kopenhagens sind bestimmt auch nicht schlecht. Kommt, `ne Band gründen macht doch momentan sowieso jeder.”

Gesagt, getan! So schnell kann es gehen. The Floor Is Made Of Lava kamen Anfang 2006, wurden auf ihrer Myspace-Seite schnell gesehen und siegten, noch bevor sie überhaupt eine Platte, geschweige denn eine EP, produziert hatten. Das dänische Indielabel Tabu Records wurde auf die drei Partyhengste aufmerksam und nahm The Floor Is Made Of Lava unter Vertrag, da hatten die Drei gerade einmal zwei Songs vollendet. Tabu Records hatte wohl den richtigen Riecher, denn das allererste Konzert der Dänen war ausverkauft, ihr Song “Told her I’m from Compton” sprang schnurstracks in die dänischen Indiecharts und die Einladung zum diesjährigen Roskilde-Festival ließ auch nicht lange auf sich warten. Klingt nach Hype, klingt nach England, nach NME. Sicher! Klingt vor allem aber verdammt cool.

Sucker Love live performed irgendwo in Kopenhagen

The Floor Is Made of Lava sind Seelenverwandte von !!! und The Rapture. Auf ihrem Debütalbum “All Juice No Fruit” (welches auf Myspace komplett hochgeladen wurde) präsentieren sie einen glühenden Club-Mix aus rauen, aber extrem tanzbaren Flick-Flack-Gitarren, nörgelnden Basslinien und holprigen Drums, die in Schlangenlinien zwischen Bar und Tanzfläche umhertorkeln. Sänger Thobay K klingt dabei als käme er gerade aus der geschlossenen Anstalt. Diagnose: Absolute Vollklatsche. Nennt sich selbst Mr. Lava Lava (bitte mit Shaggy-Akzent aussprechen), geifert mit besoffenem Gesang durch elf knackige Party-Songs und schafft es ganz nebenbei noch die Frauen anzuflirten. Das weibliche Geschlecht wird die Konzerte stürmen. Und wir, Klar, wir kommen mit. Zum Tanzen und zum Aufpassen. Denn Vulkane sind heiß.

Steffen Meyer