Kalifornien, Mitte der 80er Jahre: Bryan Keith Dexter Holland und Greg Kriesel besuchen ein Konzert von „Social Distortion“. Sie beschließen eine Band namens „Maniac Subsidal“ zu gründen und die Geschichte von „The Offspring“ nimmt ihren Lauf. Eine Band, die den Punk in den Jahren vor der Jahrtausendwende der großen Masse schmackhaft und somit irgendwie gesellschaftsfähig machte.

Ohne musikalische Vorkenntnisse beginnt Holland, genannt Dexter, die Saiten einer Gitarre zu zupfen, während Greg K. sich am Bass versucht. Das Ziel, gesangstechnisch die richtigen Töne zu treffen, setzt sich vorübergehend Doug Thompson. Thompson bringt dann noch seinen Freund Jim Benton als Drummer in die Kapelle. Kevin Wasserman (Noodles) gesellt sich ebenfalls 1985 zur Gruppe dazu. Als Benton die Band verlässt, wird Thompson rausgeekelt, Dexter schnappt sich das Mikro, Schlagzeuger wird James Lilja, sodass das Punk-Rock-Grundgerüst mit dem Namen „The Offspring“ nun nach einem turbulenten Besetzungs-Drama fertig steht.

Die Jungens üben und trinken trotz fehlender Basis so fleißig, dass es zwangsläufig bald zur ersten Veröffentlichung kommen muss: Die Single „Blackball/I’ll Be Waiting“ wird eigenhändig aufgenommen, vervielfältigt und über das selbst gebastelte Black Label an den Mann gebracht. Nach der Veröffentlichung sagt Stick-Schwinger Lilja des Medizin-Studiums wegen „Tschüss!“. Alle anderen heißen den Neuen, den erst 16 Jahre jungen Ron Welty, willkommen, mit dem sie sich ’88 einen Studio-Vertrag ergattern.
Auf dem Recording-Programm steht die selbstbetitelte Debüt-Scheibe „The Offspring“, die im Folgejahr unter “Nemesis Records” veröffentlicht wird. Punk-Produzent Thom Wilson halten sich The Offspring auch für die „Baghdad“-EP warm, nach der es jedoch langsam zu Spannungen zwischen Wilson und Band kommt.
Geflüchtet wird in Richtung Brett Gurewitz – Gitarrist von Bad Religion sowie Besitzer von “Epithat Records”. Hier entstehen dann „Ignition“ (1992) und der absolut-absolute Durchbruch: „Smash“ (1994). Die Schwelle zur populären Punkband wird hier von ihnen überschritten. Kritisiert von Verfechtern der Sub-Kultur, springen sie ohne Bedauern in ein Millionenpublikum. „Warum eigentlich nicht? Bleibt die Musik doch dieselbe…eben bloß bekannter.“, sagten da nur die Musikliebhaber ohne Kastendenken zur Verteidigung.
Tatsache bleibt, dass „Self Esteem“ oder „Come out and play (keep’em separated)“ des „Smash“-Albums Erfolge und Hits der Punk-History sind. Vielleicht sind The Offspring auch befugt sich die erste Mainstream-Punkband zu nennen? Fraglich, ob sie diesen Titel auch tragen wollten.
Wo der große Erfolg lauert, ist das große Geld nicht weit: Holland und Kriesel versuchen sich mit aufgestocktem Gehalt als Labelbesitzer. Auf “Nitro Records” veröffentlichen sie ihr Debüt-Album noch mal neu, nachdem jetzt das Publikum vorhanden ist und alle Rechte an den alten Liedern zurückgekauft werden konnten.
Doch da es lustiger ist mit den großen Kindern zu spielen, unterschreiben The Offspring für weitere Aufnahmen beim Major-Label “Columbia”. Ja, die wollen nun auch langsam etwas vom Punk-Kuchen ab haben, nachdem dieser von „Der Nachkomme“ gemainstreamt worden ist. Um die folgenden Entwicklungen zusammenzufassen, kann gesagt werden, dass sich die Band immer mehr weg vom ursprünglichen Style zum gewöhnlichen Punk hin schiebt.

Ein paar Alben -“Ixnay on the Hombre” (1997), “Americana” (1998), “Conspiracy of One” (2000), “Splinter” (2003)– und Drummer -Alessandro Fecke, Josh Freese, Adam Willard– später, kommt 2005 eine Greatest Hits-CD heraus. 2007 wird Pete Parada neuer Schlagzeuger.

Im Juni 2008 erscheint mit “Rise and Fall, Rage and Grace” das jüngste The Offspring-Album in den mittlerweile über zwanzig Jahren Bandgeschichte.