Was macht man, wenn man als Jugendlicher in einer englischen Stadt namens Wigan wohnt und nicht irgendwann im alltäglichen Spießer- Leben einer von vielen werden will? Man gründet eine Band.
So auch Richard Ashcroft, Simon Jones, Nick McCabe und Peter Salisbury im Jahre 1989, nachdem ausgiebig einem Stone Roses Konzert gefrönt wurde. „Was die können, können wir schon längst,“ dachten sich die, nicht ganz unselbstbewussten Mannen.
Als Name sollte schließlich „Verve“ hinhalten, sind es doch – zumindest für Musik – vier, frisch der Schule entkommene, begeisterungsfähige Jungs.
Beim Touren durch die Pubs im Umland werden dieA&R- Menschen der Tochterfirma Virgins, Hut Recordings, auf Verve aufmerksam. So erscheinen erst ein paar Singles, gefolgt von ihrem Debüt „A Storm In Heaven“ 1993. Allerdings kann dieses nicht so große Erfolge verbuchen, sind doch Oasis die Helden der Brit Pop- Stunde. Doch auch ihre anschließende Tour wird bereits mit ersten Rock `n`Roll- Attitüden geschmückt, inklusive Hotelzimmer- Verwüstaktion. Das gleichnamige Jazzlabel „Verve“ veranlasst die Band schließlich dazu, ein gekonntes „The“ vor den eigenen Namen zu setzen.

Man gewöhnt sich so langsam immer mehr an den Rocker- Lifestyle und so ist es nicht verwunderlich, dass die Aufnahmen zu „A Northern Soul“ 1995 von Ausfällen berauschter Musiker geprägt sind. Trotz 20er- Chartsplatzierung, sind The Verve unzufrieden und so steigt Charakterkopf Richard Ashcroft aus.
Allerdings nur um wenige Wochen die Band wieder zusammenzutrommeln. Jedoch ist ein einfaches Zusammenkommen, gemeinsam musizieren und gut befreundet sein undenkbar. Nick McCabe verlässt ebenfalls kurzfristig die Band, wird durch Simon Tong ersetzt, und steigt schließlich wieder ein.

So gelingt The Verve schließlich doch der ganz große Coup- ihr Song „Bittersweet Symphony“ verschafft ihnen einen riesen Erfolg, gepaart mit Nummer Eins Platzierung. Deshalb mag man kaum glauben, dass der Song gleichfalls ihre größte Niederlage ist – Ashcroft und Co. verdienen mit dem Stück keinen einzigen Penny. Als Melodie wurde ganz einfach ein Rolling Stones- Motiv mit Streichern gesamplet und so ist es Ex- Stones- Manager Allan Klein, der seine Songrechte zu wahrem Geld machen kann. Dankbarer Weise schafft es dann aber auch die nachfolgende Single „The Drugs Don`t Work“ und das dazugehörige Album „Urban Hymns“ auf Platz eins der englischen Charts. Doch während der US- Tour 1998 steigt McCabe wieder aus, bevor am 28. April 1999 die endgültige Trennung der Band bekannt gegeben wird.

Doch was machen vier Musiker, wenn eine Arbeit beendet ist? Sie stürzen sich in die nächste. Ashcroft bringt seine Solo- Karriere in den Gang, Jones und Tong gründen gemeinsam The Shining, während Tong nebenbei noch bei Blur für Graham Coxon einspringt, bevor er mit Albarn, Allen und Simonon bei The Good, The Bad And The Queen hantiert. Salisbury für seinen Teil macht eine kleine musikalische Wanderung und landet unter anderem bei den Jungs vom Black Rebel Motorcycle Club. Einzig und allein McCabe verschwindet völlig in der Versenkung.

2007 ist es schließlich so weit und Ober- Stänkerfritze Ashcroft verkündet die Reunion, sowie die Arbeit an einem neuen, gemeinsamen Album. Aber bis auf „The Thaw Session“, eine 14minütige Studioaufnahme im Oktober 2007 die auf der NME- Internetseite zum kostenlosen Download angeboten wird, wird bis Mai 2008 nichts weiter veröffentlicht. Im Juli des selben Jhares erscheint mit “Forth” dann doch noch das vierte Studioalbum.

The Verve sind:
– Richard Ashcroft (Gesang)
– Nick McCabe (Gitarre) (1989–1995, ab 1997)
– Simon Tong (Gitarre, Keyboard) (1995–1999)
– Simon Jones (Bass)
– Peter Salisbury (Schlagzeug)

Vivien Mierzkalla