Ron Sexsmith ist wahrscheinlich einer der beeindruckendsten Singer/Songwriter der letzten zehn Jahre. Mit seinem neuen Album ‘Time Being’ scheint es dem Kanadier nun endlich vergönnt, richtig durchzustarten.


“Eine Stärke meines neuen Albums ist wohl, dass ich, in dem was ich tue, absolut ehrlich bin. Es gibt viele Künstler, bei denen das nicht so ist. Es ist teilweise beängstigend, das erfahren zu müssen”, sprudelt es aus dem Songwriter gleich zu Beginn heraus. Und obwohl er mit seinen beiden letzten Platten “Colbstone Runaway” und “Retriever” alle Kritiker in seiner Fankurve versammeln durfte, ist es ihm ein Leichtes, auf humorvolle Art einzusehen, dass er den kommerziell großen Erfolg bisher nicht einheimsen konnte: “Es hängt sicher mit den Bildern von mir zusammen, die überall zu sehen sind. Ich lächele nicht so oft und schaue immer ein wenig traurig. Das liegt in der Familie, wir sind nicht so fotogen und lachen selten.”

Mit seinem achten Album ‘Time Being’ tritt ein sehr ausgeglichener und überzeugender Ron Sexsmith in Erscheinung. Die großen Gesten machen ihm keine Angst mehr: “Es hat bei mir wahrscheinlich länger als bei manch anderen Künstler gedauert, bis ich meine eigenen Qualitäten auch voll umsetzen konnte. Ich war mir anfangs unsicher, ob ich wirklich das Zeug zu einem guten Musiker habe”, erklärt er zurückblickend und fügt hinzu: “Meinen beiden letzten Platten und dem aktuellen Album kann man aber definitiv anhören, dass ich selbstbewusst zu Werke gehe.”

Eine Phrase vielleicht, leicht dahingesagt, austauschbar, aber wo passt sie besser hin als hier? ‘Time Being’ ist ein Album über das Leben. Über den Moment, wenn der Tag geht und die Liebe bleibt. Alles wagen, alles ausleben – Poesie pur. Mit diesem Werk sollte die frohe Botschaft endlich auch die entlegendsten Ecken erreichen: Hier ist ein großer Songwriter zugange!

Text: Marcus Willfroth