Selten wird ein Name so erst genommen wie bei VETO. Veto kommt aus dem Lateinischen und heißt übersetzt soviel wie „ich verbiete“. Machen kann man damit in der Politik zweierlei, Entscheidungen aufschieben oder sie ganz verhindern. Was Klüngelei verhindern und Mehrheitsentscheidungen hinterfragen soll, entpuppt sich häufig eher als zeitraubendes Unterfangen. In der Musik kann wie in der Politik ein plenumartiges Bandgefüge dafür sorgen, dass nichts als gegeben angesehen werden kann und jede Entscheidung gnadenlos zu Debatte steht bis alle eine Einigung gefunden haben oder ein Songs auch schon mal komplett verworfen wird. Ein solches basis-demokratisches System gab es zum Beispiel bei den Futureheads oder auch hier bei VETO. Ihnen soll mit ihrem Ansatz gelingen, was in der Politik häufig so unmöglich scheint: Einigung zum Wohle aller und vor allen zum Wohle der Musik

Seit 2004 machen die fünf Dänen zusammen Musik. Von Anfang an ist klar, dass es nur einen Ansatz für die Jungs aus dem norddänischen Arhaus gibt. „Wir verbrachten unzählige Stunden im Proberaum, ohne dass etwas Brauchbares dabei herausgekommen wäre. Aber wenn wir uns für einige Zeit vollkommen zurückziehen und isolieren, ergibt sich die Musik wie von selbst – fast aus dem Nichts. Die Beiträge des Einzelnen werden in der Gemeinschaft umgeformt und fügen sich zu stimmigen Kompositionen. Jede Art von Autorenschaft ist aufgelöst. Alles wird zu VETO, wenn wir beisammen sind,” so Bassist Jens. Von Beginn an steht das gemeinsame Songwriting im Mittelpunkt der Bandaktivitäten, doch erst die Sensibilisierung der einzelnen Mitglieder für ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede, erlaubt es VETO gleichberechtigt Musik zu machen. 2006, nachdem ihnen der Songs „You Are A Knife“ den ersehnten Plattendeal einbringt, veröffentlichen sie ihr Debutalbum „There’s A Beat In All Machines“, einem kleinen aber feinen Bastard aus Indie und Elektronik, der schnell die Aufmerksamkeit von Kritikern und Fans auf sich zieht.

 

Im Gegensatz zum Debut, welches sie komplett selbst produzieren, entscheiden sich VETO für  die Aufnahmen zum Nachfolgealbum „Crushing Digits“ einen externen Produzenten hinzu zu ziehen. Die Wahl fällt auf Carsten Heller, der auch schon für die Landsmänner Nephew arbeitete. Der unter seinen Händen entstehende Mix treibt die  Ansätze des Veto-Debuts in die Extreme. Es treffen Clubhymnen auf Gitarrenriffs, Popmelodien auf Punkgeschrammel, laute Beatdrums auf gedämpfte Ruhe. Doch wären VETO nicht sie selbst, wenn sie sich zu viele Fäden aus der Hand nehmen lassen würden. Also gründen sie kurzerhand ihr eigenes Plattenlabel Reset08 über das 2008 „Crushing Digits“ erscheint. Auch das war eine demokratische Entscheidung.

VETO sind:
Troels Abrahamsen – Gesang, Synthies
Jens Skov Thomsen – Bass, Backing Vocals
David Krogh Andersen – Gitarre
Mads Hasager – Drums
Mark Lee – Gitarre, Synthies, Backing Vocals

Anna-Christin Voigt