2004 veröffentlichte der Berliner Rapper Smoke sein Debütalbum ‘Fakt Iz Fakt’. Dass das Ganze auch als “fucked is fucked” lesbar ist, gehört zum Konzept. Schließlich ist neben dem Namen gebenden Rauchen von Joints das Battlen seine Lieblingsbeschäftigung. Daran hat sich nun auf seiner neuen CD ‘Smoke’n’Roll’ natürlich nichts geändert, obwohl er gerade von dem von ihm mitbegründeten Label ‘Big Bud’ zu ‘Jubeko’ gewechselt ist!

Als Battle-Rundumschlag zählt er dann auch schon mal in einem Track einfach alle Beleidigungen auf, die ihm so auf die Schnelle einfallen: “Idioten, Opfer, Spasten, Gays, Fotzen, Bitches, Schlampen, Huren!/ Alle drehen sie an der Uhr. Ich bin von anderer Natur./ Ich häng ab – Mutterficker./ Und Rapper in diesem Land werden sich ihrer Sache nicht mehr sicher.”

Selbst in ‘Wer Bist Du’, einem Song für seine Freundin, ist die Wortwahl deftig. So kann er sich die Bezeichnung “du kleine, geile Sau” für sie nicht verkneifen. Smoke ist jedoch auch davon überzeugt, dass das nicht so eng zu sehen sein sollte. “Ich wollte nicht so ein Standard-‘Ich liebe dich über alles’-Liebeslied machen und die ganze Sache mal anders beleuchten. Und glaub mir, die Damenwelt ist verdorbener, als du denkst. ‘Geile Sau’ ist da echt harmlos. Frauen wollen von uns geil gefunden werden, sonst würden sie nicht so auf ihr Äußeres achten. Warum soll ich es ihnen also nicht auch sagen?”
In einem Skit lässt er dann noch ‘Zehn Kleine Gangstarapper’ über die Klinge springen, während er sich in ‘Chaos’ durchaus Gedanken über die Rolle der Menschen bei den weltweiten Naturkatastrophen macht. Doch letztlich bringt Smoke zusammen mit Harris von Deine Lieblingsrapper dann noch als Krönung das Stück ‘Volle Dröhnung’, wobei ihm der G.B.Z.-Veteran textlich in nichts nachsteht: “Das wurde ooch mal wieder Zeit – Smoke und ick./ Kiffen, saufen und ein Monsterbeat wird zerfickt!”

Da bei Smoke auf das Wort ‘du’ meistens Schimpfwörter folgen, überrascht er in einem der Stücke aber dann doch mit durchaus freundlichen Ansagen in Richtung auf den Hörer: “Ich brauch keinen Back-Up MC, das machst du für mich./ Da bin ich optimistisch. Ich weiß, wie gut du bist.” Dass das allerdings die Ausnahme von der Regel ist, gibt Smoke gerne zu. “Ich benutze das ‘du’ ja oft genug im ‘Du kotzt mich an’-Zusammenhang. Bei dem Song war die Intention vielmehr so ein ‘Danke für alles’-Ding. Ich will mich für all das Feedback bedanken und den Leuten auch ganz klar sagen, was sie mir bedeuten. Wenn ich einen Gig schmeiße und keiner kommt, gibt’s auch keine Party. Wenn die Halle aber fast platzt und alle meine Texte mitgrölen, geht’s bis morgens und ich versauf mit den letztem Gästen meine Gage. Das ist wirklich schon vorgekommen. Ohne die Fans klappt das alles nicht so. Das will ich jedem persönlich klarmachen, deshalb ‘du’. Danke für alles!”

Text: Holger Köhler