(Foto: www.facebook.com/primalscreamofficial)

Primal Scream gehören zu den großen Konsensbands, die noch aktiv sind. Pophistorisch aufgeladen und einen großen Schwung Mythos mitbringend, waren die (schon etwas älteren) Herrschaften um Bobby Gilespie geradezu vorbestimmt, das Bi Nuu auszuverkaufen, auch wenn es bekanntlich verhältnismäßig klein ist.

Das kommt allerdings recht gelegen, denn –wie es nun mal so ist- tut die rauchige Clubatmosphäre der Musik der Schotten gut. Das, was Primal Scream nach wie vor auszeichnet, ist die Verschmelzung der damals aufkeimenden Ravemusik mit klassischen Rockelementen, oder besser die Umsetzung einer technoiden, repetitiven Atmosphäre in Bandbesetzung. Konkret äußert sich das in der ekstatischen Dauerschleife von bluesigen Rockriffs, Drumpatterns und Bassgrooves. Und das kommt auch 2013 noch verdammt gut an, allerdings bei der selben Zielgruppe wie damals. Das Publikum ist im Schnitt um die 40, nein 50, und will es noch mal wissen. Gut, dass das Konzert an einem Samstag ist, die Leute können etwas öfter an die Bar gehen, als in der Woche. Und ein Hoch auf die Öffentlichen! Prost, Männer, auf die gute alte Zeit, fast wie damals und wisst ihr noch als….

Die Stimmung ist anfangs etwas gelähmt, steigert sich aber in tanzende Ausgelassenheit. Wie hat man sich denn 91 noch mal bewegt zu diesen Tracks von Screamadelica? Ach ja, so war das, da muss man erst mal wieder rein kommen! Man kann die Nostalgie im Raum riechen wie den Rauch. Vieles passiert hier nur in den Köpfen, in der Vergangenheit, in der Erinnerung. 


Primal Scream – Burning Wheel on MUZU.TV.

Aber Popmusik funktioniert genau so, Pop ist die Geschichte dahinter, Pop ist meist nicht mehr als das, was er untermalt, er ist nur zu geringen Maße die Musik an sich. Er passt genau in bestimmte Momente. Diese Aufbrauchstimmung der Madchester-, Ravejahre ins Jahr 2013 zu tragen ist Primal Scream gelungen. An diesem Abend waren im Bi Nuu sehr viele Menschen sehr glücklich. 

(Marc Augustat)