Manch einer zeichnet um sich zu entspannen, um die Gedanken in die richtige Richtung zu lenken. Andere zeichnen um berühmt zu werden. Und wieder rum andere zeichnen, um zu leben. Warren Suicide ist so ein „Ding“. Aus Skizzen in einem Berliner Hinterhof entstanden, lebt er in einer Welt der Verrücktheit. In einer Welt, in der Menschen große schwarze Lautsprecherboxen atmen, die Erde eine Scheibe aus neonverquirltem Sternenmatsch ist, sich Hochhäuser vor der umgekippten Natur verneigen und Zebras coolere Haarschnitte als Sid Vicious haben.

„Jimi Hendrix spielt sich auf Partys selbst“

Klingt nach großem Unterhaltungskino, ist es auch. Verantwortlich dafür sind die Künstler Cherie, Nackt und Bert-ill. Alles Weltenbummler, mit Wurzeln in Spanien und Dänemark, in Griechenland und Rumänien. Und wie alle Wege, führten die Wege der drei nach Berlin Neukölln. Dort angetroffen, schuf man ein Projekt, dass die Verbindung von Musik und Audiovisuellem sucht. Warren Suicide ist ein erfolgreicher Versuch, Altes mit Neuem zu mischen. Der Elektro-Industrial-Punk klingt nach der nicht endenden Party mit Freuden und sieht aus wie ein profaner Marilyn Manson Alptraum. Schrill und bunt, dunkel und gefährlich. Dabei ist es egal, ob Gitarre oder Computer oder beides erklingen, passen muss nur das Gesamtbild, das Kunstwerk.

Vereint haben sie ihr optisches Hörspielkino auf der 2006 via Leiternfabrik Schallplatten veröffentlichten Platte „The Hallo“. Ein Berliner Label, dass sich wie die gesignten Bands auf das Verbinden von Musik und Audiovisuellem konzentriert.

Hans Erdmann