Seit 1985 sorgen Ernst Horn und Alexander Veljanov, besser bekannt als Deine Lakaien, in der deutschsprachigen Musikszene für Furore. Nach gewissen Anlaufschwierigkeiten schafften sie mit ihrem 1993 erschienen Album ‘Forest Enter Exit’ den Durchbruch und avancierten von einem bloßen Geheimtipp der Indie-Szene zu den Lieblingen beim großen Publikum, mit regelmäßigen Platzierungen in den Album-Charts.

Schon früh kristallisierte sich auch ein besonderer Lakaien-typischer Veröffentlichungsrhythmus heraus, da ab dem dritten Album immer eine dreijährige Pause zwischen den Veröffentlichungen eingehalten wurde. Daran hat sich im Übrigen bis heute nichts geändert, wenn nun das achte Studioalbum der Herren namens ‘April Skies’ auf den Markt kommt.

Da liegt es natürlich nahe, Alexander Veljanov, der zum neuen Tonträger Rede und Antwort stehen wird, nach dem Grund für die extrem langen Pausen zwischen den Alben zu fragen. “Diese lange Zeitspanne erklärt sich zum einen dadurch, dass wir nach der Veröffentlichung eines neuen Albums immer sehr viele Live-Auftritte absolvieren. Zum anderen haben wir beide ja auch noch einige Solo-Projekte, um die wir uns kümmern müssen. Und zu guter Letzt darf man auch nicht vergessen, dass die Herstellung eines neuen Albums ein relativ langwieriger Prozess ist. Da wir nicht dem Zwang, den so manche junge Band spürt, unterworfen sind, ständig neues Material auf den Markt zu werfen, vergeht bei uns zwischen Konzeption und endgültigen Aufnahmen auch noch mal gut und gerne ein Jahr.”

Zudem wechselten Deine Lakaien vor dem neuen Album noch ihr Label und so ist ‘April Skies’ die erste Veröffentlichung bei ‘EMI’. “Wir hatten unsere vertraglichen Verpflichtungen unserem alten Label gegenüber erfüllt, und es sind diverse Firmen an uns herangetreten. Der ausschlaggebende Punkt, warum wir uns für ‘EMI’ entschieden haben war, dass dort viele Leute arbeiten, die wir schon seit langer Zeit kennen und wir das Gefühl haben, dort am besten aufgehoben zu sein. Außerdem werden uns hier auch keine Steine hinsichtlich der Album-Produktion in den Weg gelegt.”

Interessant ist, dass deine Lakaien sehr eng mit den Gastmusikern der vorangegangenen Tour zusammengearbeitet haben. Bahnt sich da etwa eine Erweiterung des Zweimannprojekts an?
“Nein”, stellt Alexander Veljanov klar. “Deine Lakaien sind und bleiben Ernst und ich. Allerdings ist es nun mal so, dass B.Deutung, der ja schon bei den Inchtabokatables seine Genialität bewiesen hat, sowie Robert Wilcocks und die beiden Violinistinnen Sharifa und Ivee Leon, nicht nur großartige Musiker sind, sondern sich auch schon während der Tour die Zusammenarbeit als derart angenehm erwiesen hat, dass wir sie eingeladen haben, auch auf ‘April Skies’ mit uns zusammenzuarbeiten. Da dieses Album nun auch weit weniger introvertiert und in sich ruhend ist als sein Vorgänger ‘White Lies’, war es uns sehr gut möglich, die verschiedenen Musiker in die Produktion mit einfließen zu lassen. Auch wenn wir natürlich immer das letzte Wort hatten. Das Ergebnis ist für mich äußerst zufriedenstellend. Auch wenn man natürlich am liebsten an jedem Detail bis in alle Ewigkeiten und bis zur absoluten Perfektion herumbasteln möchte.”

Dem bleibt nichts mehr hinzuzufügen, denn auch wenn Alexander sein Baby am liebsten nie losgelassen hätte, ist den Lakaien mit ‘April Skies’ mal wieder ein exzellentes Stück Musik gelungen.

Text: Fabian Hintzler