We Are Scientists überraschten viele, und nicht zuletzt sich selbst, mit ihrem 2005 erschienenen Debütalbum With Love And Squalor, das sich dank der Dancefloor-Erfolge Nobody Move, Nobody Get Hurt, It’s A
Hit und The Great Escape sowie neun weiterer Songs, die vom Publikum augenscheinlich mit ähnlicher Begeisterung aufgenommen wurden, allein im UK über 150.000 Mal verkaufte. Zwanzig Monate on the road wurden im Herbst 2006 von einer ausverkauften UK-Tour, einschließlich zwei Auftritten in der Brixton Academy, gekrönt, gefolgt von einer überaus erbaulichen Weihnachtszeit.

Das Jahr 2007 verbrachten die Bandmitglieder in Abspeckcamps, Entgiftungseinrichtungen und einer Rennfahrschule, fanden dabei jedoch nebenher genügend Zeit, um ihren Zweitling Brain Thrust Mastery zu schreiben, aufzunehmen und vor Publikum zu erproben. Wäre das W.A.S.-Debüt viel, viel besser und deutlich reifer im Stil gewesen, als es tatsächlich war, und hätten sie danach ein schlappes, langweiliges zweites Album auf den Markt gebracht und wäre Brain Thrust Mastery obendrein ihr drittes Album, hätte die Kritik es als eine ‚Rückkehr zur Bestform’, als ‚vergleichbar mit — und dabei gleich in mehrfacher Hinsicht eine Optimierung von – – ihrem monumentalen Debüt’ gefeiert.
We Are Scientists nahmen ihren geistigen Anfang im Herbst 1997 am Pomona College in Claremont, Kalifornien, als Keith Murray und Chris Cain sich bei einer Episode von Dawson’s Creek im Studentenwohnheimzimmer des Letzteren kennen lernten. Obwohl sie damals noch keine Ahnung von den weiteren Entwicklungen der nächsten zehn Jahre hatten, war es für beide offensichtlich, dass sie viele Jahre lang gemeinsam in Bussen zubringen würden – wegen irgendeines Profisports, wie sie damals vermuteten. Nachdem sie 1999 ihren Abschluss gemacht hatten und nach Berkeley gezogen waren, gründeten die beiden We Are Scientists mit wenig mehr als einer Vision, ein paar Billiginstrumenten und 1,4 Millionen Dollar an Lotteriegewinnen.

Neun Jahre später hat die Band sich längst im angesagteren New York niedergelassen, diverse Länder bereist, von denen ihre Eltern ihnen stets versichert hatten, dass es sich dabei um „Mythen, verdammte Mythen“ handelte, und sogar endlich ein paar Mädchen kennen gelernt. Im Herbst 2007 verabschiedete sich der langjährige Drummer Michael Tapper, und We Are Scientists ersetzen ihn und rekrutierten gleich noch einen vierten Mann für die Bühne. Außerdem begannen Keith und Chris damit, während ihrer bis dato freien Nachmittage inspirierende Seminare in ganz Großbritannien zu halten. Auf Brain Thrust Mastery spiegeln
sich ihre geballten Erfahrungen und obendrein noch ein paar andere, die sie nur aus Büchern kennen.