Mit dem Reggaestück ‘King Without A Crown’ hat der jüdische Matisyahu in den USA einen riesigen Hit gelandet. Für die CD ‘Youth’ konnte er sich nun die Hilfe vom legendären Produzenten Bill Laswell sichern, um seine göttlichen Botschaften in einen einprägsamen Sound zu betten.

Schließlich war ‘King Without A Crown’ bereits vor ein paar Jahren auf der Debütplatte ‘Shake Off The Dust… Arise’ enthalten, aber der damalige Produzent hatte das Stück nicht so aufgenommen, wie es Matisyahu gerne gehabt hätte. Deshalb spielte er letztes Jahr mit Roots Tonic, seiner aus Josh Werner, Jonah David und Aaron Dugan bestehenden Band, einfach das Ganze noch einmal während einer Show ein. ‘Live At Stubb’s’ entsprach allerdings nicht nur besser den Vorstellungen von Matisyahu, sondern überzeugte auch einige Radiostationen davon, zumindest ‘King Without A Crown’ in ihre Playlists aufzunehmen. “Das Stück wurde ein Radiohit in Amerika, obwohl viele davor sagten, dass Livetracks nie gespielt werden würden. Es enthält eben einige Weisheiten, die ich auf meinem Weg zur Religion gelernt habe. Wahrscheinlich können deswegen so viele Leute etwas damit anfangen, da sie sich die eine oder andere Botschaft daraus ziehen können.”

So singt Matisyahu darüber, dass die Hoffnung eben zuletzt stirbt, solange der Glaube an sich selbst (und Gott) erhalten bleibt. “Sometimes the world is dark and I just can’t see./ With these demons surround all around to bring me down to negativity./ But I believe, yes I believe, I said I believe./ I’ll stand on my own two feet./ Won’t be brought down on one knee./ Fight with all of my might and get these demons to flee.”

In typischer Reggae-Sprache sind diese Dämonen ein Teil Babylons, das er mit ‘Fire Of Heaven/Altar Of Earth’ überwinden will: “Rub me the wrong way, taking the highway./ Rubbing sticks together but your fire’s man-made./ Capitalize on hot air, soar like an airplane./ Yearn to rise in the sky quick high like cocaine./ False pride is suicide but you’ve got nothing to gain./Babylon’s buildings raise like flames./ Drowning in their champagne.”

Mit solchen Texten erinnert er sowohl an seine Vorbilder Bob Marley und Sizzla, aber auch an neue Künstler wie Mattafix. Musikalisch hat Produzent Bill Laswell, der schon mit so unterschiedlichen Leuten wie Herbie Hancock, der Punk-Jazz-Band Last Exit und dem Schriftsteller William S. Burroughs gearbeitet hat, die üblichen Reggae-Pfade dezent um seine (eigenen) Einflüsse erweitert. ‘Indestructible’ ist etwas elektronischer angehaucht, wohingegen ‘What I’m Fighting For’ akustische Akzente setzt. Für ‘Jerusalem’ hat Matisyahu eine Zeile aus ‘Break My Stride’ eingebaut, während beim Titelstück ‘Youth’ auf eher Rock orientiertes Gitarrenspiel zurückgegriffen wird. “Meine Eltern standen vor allem auf Grateful Dead. Wer weiß, vielleicht hat mich das doch auch irgendwie musikalisch beeinflusst”, überlegt Matisyahu.

Inhaltlich rät er bei ‘Youth’ seinen Hörern, ihr Schicksal auf jeden Fall selber in die Hand zu nehmen. “Young man, control in your hands./ Slam your fist on the table and make your demands./ Take a stand, fan the fire for the flame of the youth./ Got the freedom to choose, you better make the right move!” Ähnliches muss sich Matisyahu selbst gesagt haben, als er als gläubiger Jude entschied, dass Reggae-Musik seine Botschaft doch hervorragend transportieren könnte. Zumindest daran können sich viele ein Beispiel nehmen!


Text: Holger Köhler