Tosende Melodien, schallende Orgeln und laute Rufe. Wu Lyf stehen für Sehnsucht nach Einheit, Menschlichkeit, einem Zuhause und innovativen Pop.

Als man im letzten Jahr zum ersten Mal von Wu Lyf hörte, blickte man auf dichten Nebel um einen kryptischen Namen.
Ihre Identität wollten sie nicht preisgeben, stattdessen ein wenig Wirbel versachen. So spielte das Quartett aus Manchester gern unter falschem Namen und weigerte sich stur, Interviews zu geben. Schließlich präsentierten sie sich dann doch – mit einem umwerfenden Albumdebüt. Mitte Juni erschien “Go Tell Fire To The Mountain”, das im Vorfeld schon einige Klarheit mit sich brachte.

Vier Jungs aus Manchester, die keine Lust auf Plattenverträge und Industrie haben, stehen hinter dem Projekt, dessen Name übrigens abkürzend für “World Unite! Lucifer Youth Foundation” steht. Im Grunde sind sie ganz normale Freunde, die sich für Fußball interessieren und ein bisschen wehmütig der Welt gegenüberstehen. Was sie von anderen unterscheiden mag, ist die Art, wie sie dies äußern: In melodischem Lärm, hallverliebten Orgeln, imposanten Gitarrenwänden und fauchenden, vernuschelten Rufen – eben in Form von “Heavy Pop”, wie sie selbst sagen würden.

Klanglich kreieren sie immense Räume, schleichen sich aus der Ferne heran und brechen dann mit der ganzen Macht ihrer Parolen auf einmal hervor. So schleudern ganze Chöre aus voller Kehle dem Hörer in “We Bros” entgegen “We bros you lost man / We bros so long / Put away your guns man / And sing this song” – Rufe nach Einigkeit und gegen Krieg. An anderer Stelle wird wiederum deutlich, dass der Mensch die Welt zerstört und eine düstere Zukunft ansteht, wenn sich nichts ändert: “Concrete fields of broken glass/ With five year olds having heart attacks”. Das Quartett um Sänger Ellery James Roberts kennt keine Dezenz, wenn es darum geht all das anzukreiden, was sie für falsch halten, einer Sehnsucht Ausdruck zu verleihen, die in dieser Welt kein Ziel findet, weil sie in all dem Schmutz und Unfrieden keine Heimat mehr ist.

Wu Lyf – “Spitting Blood”

Das Debüt erschien schließlich als Self-Release. Statt auf einen Label-Vorschuss zu warten, gründeten sie die Lucifer Youth Foundation – kurz LYF – eine Stiftung, mit deren Hilfe Aufnahmen und Produktion finanziert werden konnten. Der Zusammenhalt des Club-ähnlich angelegten Vereins ist eine gemeinsame Sehnsucht. Für ihre Aufnahmen fanden sie mit der St. Peter Church im Stadtteil Ancoats den perfekten Raum. Dort nahmen sie alle Songs live auf, was dem ohnehin vorhandenen sakral-mystischen Anstrich ihrer Kompositionen den unverkennbaren Flair verliehen hat. Als Manager fanden sie bereits in ihren Anfängen Warren Bramley, der zuvor für das legendäre Label Factory Records gearbeitet hatte. Und so treten die Vier in die Spuren jener stur eigensinnigen und DIY-freudigen Prinzipien, die in der Stadt in den 80ern einst mit dem New Wave bekannt wurde und bleiben vom kleinsten Klang bis zum liebevoll gestalteten Artwork im CD-Booklet ganz einem Konzept treu.

motor.de freut sich, euch eine der ungewöhnlichsten und interessantesten Pop-Gruppen des Augenblicks live präsentieren zu dürfen. Lasst euch von Klangflächen und Träumen einnehmen und stimmt in ihre Rufe mit ein. Zu fünf Terminen quer durchs Land bietet sich dazu im Herbst die Möglichkeit.

motor.de präsentiert: Wu Lyf – Live 2011/2012:

07.10. Berlin, Festsaal Kreuzberg
08.10. Hamburg, Molotow
09.10. Köln, Gebäude 9
11.10. Frankfurt, Sinkkasten Arts Club
12.10. München, Kranhalle

27.03.2012 Berlin – Bi Nuu