„Reunited, double LP, we’re all excited!”
(‘Reunited’, 1997)

Ja, der Wu-Tang Clan hat sich sechs Jahre nach „Iron Flag“ dazu entschlossen, wieder ein gemeinsames Album aufzunehmen. Um sich darauf einzustimmen, haben sich die Herren gleich mal eine Europa-Tour in den Kalender geschrieben. Gestern waren sie in Berlin: „From the slums of Shaolin, Wu-Tang Clan strikes again./ The RZA, the GZA, Ol’ Dirty Bastard, Inspectah Deck, Raekwon the Chef, U-God, Ghostface Killah and the M-e-t-h-o-d Man”!

Doch halt, ODB ist ja leider schon 2004 verstorben – und Meth hat die Show geschwänzt. Wer deswegen aufs Konzert verzichten und seine Karte zurückgeben wollte, bekam einen Stempel für die Verkaufsstelle, um sich das Geld zurückzuholen.

Doch auch die restlichen der sechs im oben zitierten Stück „Method Man“ aufgezählten Originalmitglieder plus weitere Kumpels wie Masta Killa rockten die Columbiahalle. Angefangen mit „Wu-Tang Clan Ain’t Nuthing To F’ Wit“ über die Singles aus den verschiedenen Alben wie „C.R.E.A.M“, „It’s Yourz“, „Triumph“, „Gravel Pit“ und „Uzi (Pinky Ring)“ bis hin zu Überraschungen wie „One Blood Under W“ und einigen Stücken, die von den Solo-CDs der einzelnen Mitglieder stammen. So gab es unter anderem natürlich auch „Ice Cream“ von Reakwon und „Liquid Swords“ von the GZA zu hören, der dieses Jahr 41 Jahre alt wird und somit das älteste Clan-Mitglied ist. Als Tribut an ODB spielten sie zudem noch einige seiner Solo-Hits wie „Shimmy Shimmy Ya“ und „Got That Money“.

Herrlich war auch, dass sich der Clan ein paar „Choreografien“ ausgedacht hatte. Jetzt nicht wie eine Boygroup, aber immerhin schlichen sie bei „Careful (Click, Click)“ gebückt über die Bühne oder hockt sich auch mal bei einem anderen Stück hin, um schließlich beim Einsatz des Beats aufzuspringen und die Zuschauer zum Mitmachen zu bewegen.

Von dem neuen Album, das eigentlich zahlenmystisch am 7.7. veröffentlicht werden sollte und nun doch erst im Herbst fertig wird, verrieten sie jedoch leider nur den Namen: „8 Diagrams“. Außerdem war etwas schade, dass viele Songs zum Teil nur kurz angespielt wurden. Alles in allem lieferte der Wu-Tang Clan aber ein gut einstündiges Programm mit vielen Höhepunkten ab.

Wer sie übrigens selbst noch live erleben will, hat in Deutschland dieses Jahr nur noch zwei Gelegenheiten – heute in Köln und am 21.7. beim „HipHop Open“ in Stuttgart.