Soul mit deutschen Texten – das schafft zum ersten Mal richtig erfolgreich Xavier Naidoo, der „Neger aus der Kurpfalz“, wie er sich selbst manchmal bezeichnet.

Xavier Kurt Naidoo wird am 2. Oktober 1971 in Mannheim als Sohn des Inders Rausammy und der Südafrikanerin mit ägyptischer Abstammung Eugene geboren. Schon früh begeistert er sich für Musik, er singt im Schul- und Kirchenchor und ist auch als Sternsinger unterwegs. Das zeigt seine zweite große Passion. Die Religion und der Glaube an Gott sind für ihn wichtige Bestandteile seines Lebens.

Nachdem er die Mittlere Reif erlangt hat, versucht er sich als Koch – die Lehre bricht er jedoch sofort ab, als er aus den USA ein Angebot über einen Plattenvertrag erhält. Seine ersten Erfahrungen im Musikbusiness sind jedoch eher enttäuschend; sein Debütalbum „Seeing is Believing“, das er unter dem Namen „Kobra“ veröffentlicht, ist weniger erfolgreich. So kehrt er nach Mannheim zurück, wo er sich mit verschiedenen Jobs als Türsteher oder Model für Bademoden über Wasser hält.

1994 entdeckt Produzent und Musiker Moses Pelham vom Label 3p Naidoo und 1997 darf er schließlich den Background bei Sabrina Setlurs „Frei sein“ singen. Danach ist ihm die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit garantiert. Ein Jahr später erscheint sein Debütalbum „Nicht von dieser Welt“, mit den Singleauskopplungen „20.000 Meilen“ und „Sie sieht mich nicht“ stürmt Naidoo die deutschen Charts.

Darauf folgt eine Tour durch Deutschland und 1999 das zugehörige Album „Live“ mit Mitschnitten der vorangegangenen Konzerte. Naidoo erhält zahlreiche Preise, darunter den Echo und den MTV Award, aus religiösen Gründen will er diese jedoch nicht annehmen. Seine Songtexte unterstreichen seine Religiosität und Naidoo wird von der Presse als „Himmels-Stürmer“ oder „Jesus der Hitparaden“ gefeiert. Doch Naidoo kommt auch anderweitig in die Schlagzeilen: wegen Haschischbesitz wird er zu 20 Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung und einer Geldstrafe von 100.000DM verurteilt.

Im Jahr 2000 folgt der endgültige Bruch mit Produzent Moses P und dem Label 3p – Naidoos Vertrag mit 3p wurde ihrer Meinung nach mit der Produktion des Titelsongs zu „Dolphins“ mit seiner Band Söhne Mannheims verletzt.Nach einem Gerichtsstreit bekommt Naidoo jedoch Recht.
Mit der Band veröffentlicht er daraufhin außerdem die erfolgreichen Singles „Geh davon aus“ und „Seine Straßen“.

2002 erscheint sein zweites Studio Doppel-Album „Zwischenspiel/Alles für den Herrn“ und steigt direkt auf Platz 1 der Album Charts ein. Mit „Ich kenne nichts“, einer Kollaboration mit Wu-Tang Clan Mitglied RZA, gelingt es ihm auch zum ersten Mal, die Spitze der Singlecharts zu erreichen.
Zudem arbeitete er mit vielen anderen Künstlern wie Reamon, Ben Becker oder Udo Lindenberg zusammen und veröffentlicht mit den Brothers Keepers eine Single zum Gedenken an den Tod des von Rechtsradikalen erschlagenen Mosambikaner Alberto Adriano.

Mit „Telegram für X“ setzt sich die erfolgreiche Karriere des Soulsängers fort – auch das dritte Studioalbum steigt auf Platz 1 der Charts ein und die Single „Dieser Weg“ wird zur Hymne der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2006, die er auch beim Empfang der Fußballer in Berlin live und in einer auf die Spieler umgetexteten Version performt.

Danach legt Naidoo eine Pause ein, zumindest was sein Dasein als Solokünstler betrifft. Mit den Söhnen Mannheims performt er jedoch weiter und nimmt in der Reihe der MTV Unplugged Konzerte das Album „MTV Unplugged – Wettsingen in Schwetzingen“ auf.

2009 erscheint im Oktober das vierte Album „Alles kann besser werden“. Auf dem Dreifach Album sind mehr als 30 Songs enthalten. In Verbindung dazu tourt Naidoo zusammen mit den Söhnen Mannheims durch Deutschland. Dabei werden 28 Konzerte in 14 Städten gegeben – an aufeinander folgenden Abenden tritt Naidoo einmal Solo sowie zusammen mit den Söhnen Mannheims auf.