“You make me feel better than Jesus!”, wenn man so auf einer CD begrüßt wird, kann sie eigentlich nur von Stephen Jones kommen. Oder besser gesagt von seiner Künstlerpseudonym-Band Babybird. Seine Songs sind Pop, Singer-Songwriter und einfach nur schöne Melodien, zusammen mit wirklich guten Texten. “Me and you got superpower like electric chairs in the shower” – das ist Jones’ Art von Humor und Liebe und sie ist schwer unterhaltsam. Seit Anfang der 90er Jahre schreibt Jones Songs, veröffentlicht sie als Baby Bird auf seinem Label Baby Bird Recordings. Das Wirrwarr um die verschiedenen Alliterationen und Analogien wurde komplett, als Stephen Jones 2005 Auflösung und Wiedervereinigung seiner Band (und damit quasi ja irgendwie seiner selbst) bekannt gab und veröffentlichte mit “Between My Ears There’s Nothing But Music” gleich ein neues Album hinterher. Eine weitere erwähnenswerte Veröffentlichung besteht in dem 5(!) CDs umfassenden Epos “The Original Lo-Fi”. Jones veröffenlichte darin 2002 eine Auswahl aus den über 400 Songs, die er in den Zeiten vor seinem ersten eigenen Plattenvertrag auf der heimischen 4-Spur-Maschine aufgenommen hat. Die Kritiken waren überwältigend freundlich und so mancher Plattenboss, der die Kunstwerke zehn Jahre vorher ablehnte, wird sich heute noch schwarz ärgern. Der oft als kommerzieller Schnulzenschreiber abgetane Sonderling Jones aus dem niedlichen Telford in der englischen Grafschaft Shropshire, der Musikpresse und Fans gern mit zwar komplett ausgedachten aber meistens genauso witzigen Falschmeldungen narrt, schreibt außerdem nebenher Filmmusik, produziert junge Talente und nimmt in regelmäßigen Abständen sehr hinreißende Podcasts auf.

Samuel Jackisch