Das vierte Album von der Antwerpener Band dEUS steht ganz in der Tradition seiner Vorgänger. Neben dem paradoxen Plattentitel ‘Pocket Revolution’, wir erinnern uns beispielsweise an ‘The Ideal Crash’ oder an ‘In A Bar, Under The Sea’, wurde auch diesmal einmal mehr um das dEUS-Oberhaupt Tom Barman eine nahezu komplett neue Gruppe gebaut. Eine Sache unterscheidet ‘Pocket Revolution’ dann aber doch von all den anderen Veröffentlichung dieser Belgier: Klammern wir das 2001er Best Of Werk ‘No More Loud Music’ aus, dann sind sechs geschlagene Jahre verstrichen, in denen dEUS nahezu komplett von der Bildfläche verschwunden waren.

Okay, ganz richtig ist das auch nicht, denn neben vereinzelten Live-Auftritten und einem unveröffentlichten Song auf ‘No More Loud Music’ machten die heutigen dEUS-Ex-Mitglieder immer häufiger von sich reden. Dead Man Ray und Zita Swoon blühten auf und der zur ‘The Ideal Crash’-Tour angeheuerte Gitarrist Tim Vanhamel gründete seine Rock-Truppe Millionaire und wurde zudem auch noch der Gitarrist von den amerikanischen Eagles Of Death Metal. Aber auch Barman selbst legte sich keineswegs auf die faule Haut. Mit seinem Kumpel, dem Techno-DJ CJ Bolland, startete er das Duo Magnus. Daneben drehte Tom, übrigens vor seiner Musikerkarriere ein einstiger Kurzzeit Student an einer belgischen Filmhochschule, sein Spielfilm-Debüt ‘Any Way The Wind Blows’ ab. Doch um dEUS wurde es immer ruhiger und so hörte man vereinzelte Stimmen sogar von Trennungsgerüchten sprechen. Aber Todgeglaubte leben länger.

Zurück zu dEUS und ‘Pocket Revolution’. “Es war nie die Rede davon, mit dEUS aufzuhören”, erklärt Tom und fährt fort: “Wir hatten einfach einen schlechten Start zu den Aufnahmen an unserer neuen Platte. Zwischenzeitig war es ein reines Kommen und Gehen von Leuten, und das machte die ganze Sache, sich auf das Schreiben von neuen Songs zu konzentrieren, nicht leichter. Aber es geht hier bestimmt nicht um ein Comeback oder eine dEUS-Reunion. Außerdem wurden wir von unserem alten Label ‘Island’ gedroppt, denn ihnen gefielen unsere neuen Stücke nicht”, lacht Barman und ergänzt: “Ironischerweise ist keiner dieser Songs auf ‘Pocket Revolution’ gelandet.” Das Rennen um dEUS gewann letztlich ‘V2’ und nicht das von einigen Medien als mutmaßlicher Favorit gehandelte Label ‘Domino’ (u.a. Franz Ferdinand).

Laut Tom Barman sind die neuen Stücke rockiger, haben mehr Soul und sind einfach besser für ein Live-Set geeignet. Aber die angesprochenen problematischen Themen, die während der Entstehung des Werkes allgegenwärtig zu sein schienen, werden nicht ausgeklammert, sondern in einem Stück wie ‘Pocket Revolution’ behandelt. “Es gibt aber auch jede Menge positive Lieder auf der Platte. ‘7 Days, 7 Weeks’ habe ich beispielsweise für meine Schwester geschrieben, weil ich ihr bis heute noch nie einen Song gewidmet habe. Und ‘Bad Timing’, zu dem Stück inspirierte mich übrigens der gleichnamige Film, ‘Include Me Out’ und ‘What We Talk About’ finde ich persönlich sehr gelungen.” Dem kann man guten Gewissen zustimmen und sagen, dass das neue Dutzend dEUS-Tracks den hohen Erwatungen der Fans gerecht werden wird. Hoffentlich auf bald!

Text: Manuel Möglich