„Ice Age 2“ jagt gerade einen Kassenrekord nach dem nächsten, da kommt schon die nächste große Fortsetzung in die Kinos und will alte Erfolge mindestens wiederholen: „Scary Movie 4“. Mal wieder macht sich das Team der Filmreihe über den permanenten Horror auf der Leinwand lustig, vor allem über pseudo-gruseliges Getue wie „Ring 2“ oder „The Grudge“, aber auch über den ganz harten Tobak, also „Saw“ oder Tom Cruise bei Oprah aufm Sofa. Wie schon beim letzten Mal darf ab und zu Leslie Nielsen, die alte Klamauk-Kanone, durchs Bild albern, und schon zum vierten Mal macht sich die niedliche Ana Faris in der Hauptrolle völlig zum Affen. Müssen wir uns Sorgen um ihre Karriere machen? Vermutlich nicht, solange sie zwischendurch hübsche Nebenrollen in wunderbaren Filmen wie „Lost in Translation“ und „Brokeback Mountain“ spielt.

Einige ältere Herren scheinen dagegen richtig doll mit ihrem Image beschäftigt zu sein und gehen sehr unterschiedlich damit um, wie man diese Woche sehen kann. Bruce Willis spielt in „16 Blocks“ zum Beispiel, kurz bevor er völlig in Vergessenheit gerät, noch mal das, was er am besten kann: einen kleinen, guten Cop, der sich plötzlich einer großen Verschwörung gegenübersieht. Die Strecke von 16 Blocks, die er mit einem Zeugen vom Revier zum Gericht zurücklegen muss, bietet jedenfalls genug Action, damit sein Comeback nicht langweilig wird.

Auch Kollege Billy Bob Thornton wandelt in „Die Bären sind los“ auf vertrauten Pfaden und macht uns mal wieder den schlechtgelaunten, verlebten Miesepeter. Als Coach einer erfolglosen Kinder-Baseballmannschaft stapft er dabei in den Fußstapfen von Walter Matthau – und gibt trotzdem eine gute Figur ab. Aber Regisseur Richard Linklater hat ja ohnehin ein Händchen für Familienfilme, wie wir seit „School of Rock“ wissen.

Dagegen versucht Pierce Brosnan mit aller Kraft dem Bond-Image zu entfliehen, umso mehr, weil der neue 007 jung und muskulös in den Startlöchern steht. Aber jetzt nur noch die frühere Paraderolle aufs Korn nehmen, also ausschließlich neurotische Spione und Killer zu spielen, kann doch auch nicht die Lösung sein, oder? Nicht, dass wir uns falsch verstehen: „Mord und Margaritas“ ist eine ziemlich clevere Krimikomödie. Aber sie lebt eben doch mehr von Brosnans Image als von seinem Talent.
Und Robin Williams? Der will auch schon lange nicht mehr der Spaßvogel vom Dienst sein und macht gerne mal einen auf ernsthaft. Jetzt wird er aber wieder ein bisschen heiter, denn „The Big White“ ist ein Krimi, der auf Komödie macht. Oder doch eher eine Komödie, die auf Krimi macht? Jedenfalls tun alle (neben Williams u.a. Holly Hunter und Woody Harrelson) so, als seien sie in einem Film der Coen-Brüder, was sie aber leider nicht sind.

Dann doch lieber gleich ein richtiger Neubeginn, so wie beim wunderbaren französischen Regisseur François Ozon, der sich bisher vor allem mit tollen Frauen auskannte („8 Frauen“, „Swimming Pool“). Zum ersten Mal spielt in „Die Zeit, die bleibt“ nun ein Mann bei ihm die Hauptrolle – doch Ozon lässt ihn schließlich wieder sterben. Sehr traurig – und sehr schön.
Und was machen derweil die Frauen? Beschäftigen sich mit dem, was sie am besten können: Fußball. Wer da jetzt lachen musste, lebt noch hinterm Mond, und sollte sich dringend „Fußballgöttinnen“ anschauen. Schließlich sind wir längst Weltmeister. Schade, dass trotzdem keiner aufm Schirm hat, wann und wo die nächste Frauen-Fußball-WM ist.