Endlich hat das Warten ein Ende. Fast ein Jahr ist es her, dass Tom Cruise nach Berlin kam, um „Krieg der Welten“ vorzustellen, und seit dem blieb nichts anderes zu tun, als auf „Mission: Impossible III“ zu warten. Und was haben wir nicht alles erdulden müssen, in dieser höchst merkwürdigen und sehr persönlichen Werbekampagne, die der Scientology-Spinner in dieser Zeit startete. Katie Holmes scheinbar endlose Schwangerschaft, der Heiratsantrag auf dem Eiffelturm, all die Gerüchte über künstliche Befruchtung, stille Geburt und Plazenta zum Dessert.

Jetzt ist die kleine Suri endlich da, pünktlich zum Filmstart natürlich, und vielleicht können wir uns endlich wieder wichtigeren Dingen zuwenden. Ach, und der Film: gar nicht mal schlecht, gute Unterhaltung, viel Action und wenig scientologisches Getue – genau so, wie es eben sein soll. Hinter der Kamera stand „Lost“- und „Alias“-Erfinder J.J. Abrahams, denn der kann scheinbar auch Kino. Und neben Cruise als reaktiviertem Geheimagenten und Weltenretter Ethan Hunt mischen sich Oscar-Gewinner Philip Seymour Hoffman, Billy Crudup, Jonathan Rhys Meyers, Michelle Monaghan und noch einige weitere bekannte Gesichter in den Kampf von Gut gegen Böse ein.

Mindestens ebenso gut und vor allem viel überraschender ist in dieser Woche „Tsotsi“, immerhin auch ein Oscar-Gewinner. „Sophie Scholl“ hatte jedenfalls keine Chance, als es kürzlich um den Preis für den besten nicht-englischsprachigen Film ging – und das durchaus zu Recht. Die Geschichte vom 19jährigen Gangster Tsotsi, der sich in den Slums durchschlägt und eines Tages ein Baby am Hals hat, kommt aus Südafrika, und weil die Sprache, die Stadt, selbst der HipHop dieses fernen Landes bei uns höchst selten auf der Leinwand zu sehen ist, bietet dieses jugendliche Crime-Drama nicht nur packende Unterhaltung, sondern auch einiges Neues.
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Wesentlich softer kommt dagegen Gwyneth Paltrow in „Der Beweis – Liebe zwischen Genie und Wahnsinn“ daher. Die frisch gebackene Mutter (in Hollywood kann man über Ulla Schmidts Elterngeld sicher nur lachen!) beerdigt auf der Leinwand erst ihren Vater (Anthony Hopkins) und muss dann feststellen, dass sie von ihm vielleicht doch nicht nur die mathematische Genialität, sondern auch seinen Wahnsinn geerbt hat. Das ist natürlich starker Tobak für ein zartes Persönchen wie Frau Paltrow, weswegen sie bald den ebenso bezaubernden Jake Gyllenhaal als Unterstützung an ihrer Seite hat. Doch all die tollen Schauspieler können nicht davon ablenken, dass Mathematik auf der Leinwand immer unsexy ist.

Apropos unsexy: Wer kam denn auf die Idee, Götz George sich übers Internet in Claudia Michelsen verlieben zu lassen und zu denken, dafür würden Leute ins Kino gehen? So dusselige Dialoge wie in „Maria an Callas“ gab es jedenfalls selten. Selbst George, der alte Hase, sieht in diesem krampfigen Liebesdrama aus, als würde er die Fernbedienung zum Abschalten suchen, während die zahlreichen Neben- und Gastdarsteller (Monica Bleibtreu, Esther Schweins, Eva Padberg, Katharina Thalbach) gar nicht wissen, wie ihnen geschieht.
Dann doch lieber noch mal ins Ausland schweifen und verschrobene Komödien gucken. Zum Beispiel „Aaltra“ aus Belgien, ein Rollstuhl-Road-Movie, in dem auch Kultregisseur Aki Kaurismäki zu sehen ist. Oder „Sabah“ aus Kanada, die Culture Clash-Romanze zwischen einer Muslimin und einem Christen, mit der wunderbaren Arsinée Khanjian.