2006 waren sie die schönste Entdeckung. Aus der Kornkammer der Vereinigten Staaten, aus einem Kaff von Getreidedreschern, kam diese sechsköpfige Band von liebenswerten Spinnern mit spinnerten Liedern, welche sie in einer Weise vortrugen, als ginge es schon nicht mehr um Leben und Tod, sondern nur noch um die Rechtfertigung vor dem Jüngsten Gericht. Vor lauter Tränen zu lachen, ist ein bekanntes Phänomen. Zu weinen, obwohl man aus dem Lachen nicht mehr herauskommen sollte, ist sonderbar. Ihr Debütalbum “Eagle*Seagull” war genau dieses Paradoxon.

2008 wird der zweite Streich folgen. Die Band hat offenbar nicht zur Vernunft gefunden. Zum Glück. (Nur den Asterix zwischen Eagle und Seagull haben sie verglühen lassen.) Titel wie “I’m Sorry, But I’m Beginning To Hate Your Face” und “I Don’t Know If People Have Hated Me, But I Have Hated People” sind Labsal für Menschen, die es ernst meinen, aber nie ernst genommen werden.

Das Album trägt den Titel “The Year Of The How-To Book”, wurde produziert von Ryan Hadlock (Gossip, Blonde Redhead, Stephen Malkmus) und erscheint Anfang 2008 auf einem noch ungenannten Label. Die Band hält sich bedeckt, ist vorsichtig, will nun keine Fehler machen. Dazu muss man wissen, dass Eagle Seagull in den USA bis dato nahezu erfolglos sind – weil sie keinen Vertrieb haben und ihr Album nirgendwo erhältlich war. Hätten sie nicht in Deutschland in ausverkauften Clubs gespielt, wäre ihnen vielleicht der Mut abhanden gekommen: Zurück in den USA spielten sie schon mal vor nur vier, fünf Leuten.

Nun müssen wir auf weitere Nachrichten von Eagle Seagull warten. Und vertreiben uns die Zeit bei einem Konzert von Blonde Redhead (unterwegs mit Interpol) – der Lieblings-Band von Sänger Eli Mardock.