Geboren am 14. November 1972 in Wattenscheid wächst Michael Galla – von “Ghetto” kann keine Rede sein – behütet in der Zechensiedlung in Bochum auf. Die Schwierigkeiten beginnen allerdings als 1988 Gallas Vater stirbt. Die Mutter zieht daraufhin aufs Land und stirbt nur wenig später ebenfalls. Zurück bleibt ein verständlicherweise orientierungsloser junger Mann, der von einem Job zum anderen, von einer Wohngelegenheit in die nächste stolpert.

Erst als Galla auf Pahel trifft, beginnt sich sein Weg abzuzeichnen. Gemeinsam bilden sie die Filo Joes, die auf so gut wie jeder der damals unzähligen Jams in Kellern, Luftschutzbunkern, Jugendzentren mitmischen. Auf Vinyl treten die Filo Joes 1998 das erste Mal in Erscheinung: “7 aus 98” heißt der Track, der sich auf der “First There Was The Word”-EP von Roey Marquis II finden lässt.

Bereits drei Jahre früher bahnt sich eine folgenschwere Zusammenarbeit an: Die Kollegen Aphroe und DJ Wiz haben als Raid seit 1992 die Finger im Geschäft. Raid kollaborieren in dieser Zeit mit zahllosen Kollegen (darunter die Stiebers, Advanced Chemistry, STF und Toni L) und sind Teil des LineUps der legendären Klasse-von-’95-Tour. Genau hierfür packen sie sich die Filo Joes, mit denen sie musikalisch wie inhaltlich auf einer Welle reiten, als Support ein. Aus dem Zusammenschluss von Raid und Filo Joes erwächst die Ruhrpott AG, die als einer der ersten Acts beim Aachener HipHop-Indie-Label Put Da Needle To Da Record unterkommt. Hier veröffentlicht die RAG 1998 ihr Album “Unter Tage”. Die Filo Joes sind danach trotzdem noch als solche aktiv: In den Jahren 1999 und 2000 entstehen in Zusammenarbeit mit Roey Marquis II, der Firma und Too Strong mehrere Tracks.
Der zweite RAG-Longplayer folgt 2001, schon nicht mehr auf PDN.

Der Erfolg von “Unter Tage” macht die Majorlabels aufmerksam. Das Nachfolgealbum “P.O.T.T.ential” erscheint 2001 bei Motor/Universal. Die Tour zum Album führt die RAG auch nach Berlin. Galla verliert sein Herz in und an Kreuzberg und kommt von da an immer wieder zurück. Nachdem sich die RAG zu einer “künstlerischen Pause” entschließt, zieht Galla 2002 nach Berlin um. Hier führt eins zum anderen, die Fülle an frischen Eindrücken und Herausforderungen bricht sich in neuen Texten Bahn, über Da Germ lernt Galla seinen Produzenten Illfaded Tre kennen, der unter anderem für Brothers Keepers Beats bastelt; die Arbeit an “Swing Kid” beginnt.

Klug erkannt, dass Rap Berufung ist, nicht Beruf, schafft sich Michael Galla neben der Musik ein zweites Standbein. Er nutzt seine früheren Kontakte zu verschiedenen Modelabels, die die RAG ausstatteten und sponsorten; im September 2004 eröffnet am Schlesischen Tor in Kreuzberg Gallas Fashionstore “Hoodlum”. Nicht nur der von einer Mobb Deep-Maxi entliehene Name macht klar: Auf Affinität zur Hip Hop-Szene wird großen Wert gelegt.

“Swing Kid” erscheint ein halbes Jahr später als ursprünglich geplant Ende Mai 2005 auf La Cosa Mia. Für die Pre-Release-Party “Last Jam Before Swing Kid” im April wird ein ebenso klassisches wie beeindruckendes LineUp aufgefahren: Breaker und Beatboxer sind ebenso dabei wie Ono von Walking Large am Mikrofon; die Platten dazu drehen Scope (STF), Funky Chris (Too Strong) und DJ Haitian Star – wohinter sich kein anderer als Zulu-King Torch verbirgt. Ein besserer Startschuss für ein Album ist schwer vorstellbar.