Die US-Major Labels entdecken neue Strategien um gegen studentische Datentauscher vorzugehen. Nach Kenntnissen des US- Verbands RIAA ist ca. die Hälfte aller US-Studenten im Netz unterwegs und tauschen fleißig Daten. Selbstverständlich alles im illegalen Rahmen, so die RIAA. Also ist die Universität dafür verantwortlich, mutmaßlichen „Schwerverbrechern“ das Handwerk zu legen, indem sie dem Branchenverband RIAA die Identität des Surfers über den Provider preisgibt, sofern er im Uni-Netz erwischt wird. Die Unis kooperierten nicht immer ganz im Sinne der RIAA, denn es wurden nur Verfügungsverfahren gegen Unbekannt eröffnet. Verdächtige Studenten wurden ermahnt oder durch Internetentzug bestraft.
Nun will die RIAA außergerichtlich mit Hilfe der Unis gegen die „üblichen Verdächtigen“ vorgehen: Die Universitätsleitung soll Briefe von der RIAA an vermutliche Filesharer weiterleiten, um eine „vergünstigte“ Einigung zu erzielen.
400 dieser von Kritikern als „Erpresser-Briefe“ bezeichneten Schriftsätze sind Ende Februar an 13 US-Universitäten eingegangen.
In den Briefen bietet die RIAA den Studenten eine deutlich niedrigere Vergleichszahlung an. Sollte der Surfer nicht innerhalb von 20 Tagen auf den Brief, auf der eigens eingerichteten Website p2plawsuits.com antworten, wird geklagt. Dazu der New Yorker Rechtsanwalt Ray Beckerman: „Ich hoffe, die Universitäten durchschauen diesen durchsichtigen Trick der RIAA, den Zufluss leicht verdienter Vergleichszahlungen zu erhöhen, und helfen ihren Studenten, ihre tatsächlichen rechtlichen Möglichkeiten herauszufinden“.
Wenn ein Verfahren eröffnet wird, muss ein Richter über die Rechtmäßigkeit des Vorgehens der RIAA befinden, bevor er den Provider zur Herausgabe der Personendaten zwingt. Die Musikindustrie muss den verdächtigen Studenten eine konkrete Urheberrechtsverletzung nachweisen, was ihr nicht immer gelingt. Hier wird seitens der RIAA eingeschüchtert und die Angst geschürt, große Klagen wegen Urheberrechtsverletzungen abzuwenden, indem Studenten sofort einen „kleineren Preis“ zahlen. Doch wenn die RIAA erstmal keine Identitäten hat, wer ist dann verdächtig? Jeder Filesharingnutzer…?
Anscheinend, wie schon oft gesagt, hat die Musikindustrie einfach ihre Möglichkeiten zum Anbieten von Daten im Internet verschlafen und versucht nun durch mafiaartige Weise die Datentauscher zu stellen, aber wer zu spät kommt den bestraft das Leben.