Für jeden Anlass gibt es die passende Musik. Die Stunde des Zapfenstreichs, die Zeit in der man vor der Dämmerung wach im Bett liegt, eine vergangene Liebschaft anruft, oder auf Hochprozentigen umsteigt; es sind Momente melancholischer Labilität, eigentümlicher Statik und emotionaler Diffusion, aber stets durchtränkt von zukunftsweisendem Optimismus, für die Howling Bells ihre Lieder schreiben.
Zunächst waren da die drei Australier Waikiki. Glenn Moule am Schlagzeug, Joel Stein an der Gitarre und Juanita Stein, ebenfalls mit Gitarre und Gesang. Nach vier Jahren und relativen, nationalen Erfolgen schloss sich Bassist Brendan Picchio an. Sie ließen Waikiki hinter sich und gründeten Howling Bells. Damit verbunden war auch der Umzug nach London, denn die Band wollte musikalisch in ganz andere Richtungen gehen, als sie es bisher getan hat. Dafür sorgen sollte der Kontakt zu britischen Bands, die ohnehin schon eine wichtige Inspirationsquelle waren. Über einen Kontakt ihrer australischen Plattenfirma kam es zur Zusammenarbeit mit Coldplay und Snow Patrol –Produzenten Ken Nelson, woraufhin zunächst im Dezember 2005 die Single „Low Happening“ erscheint, gefolgt vom selbstbetitelten Debütalbum im Mai 2006 auf Bella Union. Die positiv reagierende Presse erdenkt sich bald den Begriff „Indie Noir“ für Howling Bells exklusives Genre, das sich aus Elmenten aus Blues, Folk, Rock und Country zusammensetzt, dabei einen ungewohnt schaurigen Klang erzeugt, der gerne mit der mysteriösen Atmosphäre in David Lynchs Twin Peaks verglichen wird.
Als Support touren sie mit The Futureheads, The Killers, Snow Patrol und Placebo und kündigen für 2007 eigene Shows an.

Markus Wypior