Eine Geschichte wie aus einem Astrid Lindgren Roman und dennoch wahr:

Frisch verliebt saß Emanuel Lundgren während seines Urlaubs im Sommer 2005 in seinem kleinen Heimatstädtchen Jönköping und schrieb ein paar explosive, gut gelaunte Popsongs.
Normalerweise ist Emanuel ein Kontrollfreak, der alles bis ins letzte Detail plant, doch diesmal schreibt er Songs, die direkt aus seinem Pop-Herzen kommen, und stattet diese mit Melodien aus, die auf geradezu ansteckende Art verspielt klingen. Danach rief er seine Freunde zusammen, um die frisch erdachten Lieder aufzunehmen. So verwandelte sich sein Haus in kürzester Zeit zu einem belebten Aufnahmestudio, in dem sich zahlreiche Besucher mit Banjos, Akkordeons, Saxophonen und Glockenspielen unter dem Arm die Klinke in die Hand gaben und gemeinsam musizierten. Obwohl Emanuel bis zu diesem Zeitpunkt noch nie in Spanien war, entscheidet er sich – als Reminiszenz an die TV-Kultserie „Fawlty Towers“ (mit dem grandiosen John Cleese in der Rolle des kauzigen Hotelbesitzers Basil Fawlty) – als Namen für sein Projekt den Satz zu verwenden, den Manuel, der leicht vertrottelte Butler in besagtem Klassiker, zu jeder möglichen und unmöglichen Gelegenheit verkündet: „I´m from Barcelona!“

Bereits einige Wochen später ist die „Don’t Give Up On Your Dreams, Buddy“-EP im Kasten und Emanuel ruft alle 29 Mitwirkenden zu einem einmaligen, gemeinsamen Konzert zusammen. Das war im August 2005.

Emanuel selbst denkt, dass mit diesem Konzert das Kapitel I´m From Barcelona beendet wäre, doch das Gegenteil ist der Fall. Schnell spricht sich die Kunde von der eigenartigen neuen Band herum, die aus unzähligen Freunden besteht und großartige, herzerwärmende Musik spielt Aus einem Konzert werden immer mehr.

Die schwedischen Medien sind vor Verzückung völlig aus dem Häuschen und teilen der Welt mit, dass es sich bei I´m From Barcelona mitnichten um Kuriosum handelt, sondern um eine echte Band, die sogar Platten macht. Vor allem in Blogger-Kreisen verbreitet sich die Kunde über „I’m From Barcelona“ in Daten-Highway-Geschwindigkeit und innerhalb weniger Monate verzeichnet die Band 20.000 Downloads von ihrer Webseite. Grund genug, wenig später ein Album randvoll mit euphorischen Popperlen mit Melodien, die einen nach dem ersten Hören nicht wieder loslassen, einzuspielen.

Im Frühjahr 2006 erscheint in Schweden die EP „Don´t Give Up On Your Dreams, Buddy!“ (auf EMI), wenig später folgt das IFB-Debütalbum „Let Me Introduce My Friends“. Selbiges enthält eine Reihe von klassischen Pop-Perlen in allerbester Bubblegum-Tradition, die mit ganz wundervollen Gesangsharmonien ausgestattet sind. Über schwelgerischen Wechselgesängen erhebt sich Emanuel Lundgrens Stimme, schüchtern und suggestiv, ekstatisch und idiotisch, und eröffnet dem Hörer eine Welt voller Möglichkeiten, in der jede Marke der eigenen Briefmarkensammlung zum potenziellen Reiseziel avanciert. Der für all diesen wohlklingenden Wahnsinn verantwortliche Songschreiber erklärt in einem Interview, Titel wie „Treehouse“ und „Chicken Pox“ als Loblieder die Energie von Kindern geschrieben zu haben. Lundgren ist davon überzeugt, dass die Jugend nicht einfach nur ein Lebensabschnitt ist (der dazu noch von denen, die wirklich jung sind, nur unzureichend gewürdigt wird). In seinen Songs versucht er, sich selbst an das magische Nebeneinader von Zeiten und Orten zu erinnern, und beschreibt seine Kindheit als eine Zeit voller Hoffnung, Naivität und Optimismus. Die Zeit, in der – nachdem er aus verschlafenen Nestern wie Kageröd und Örkelljunga ins größere Jönköping gezogen war – sich die Musik heimlich, still und leise in sein Leben einschlich.

Der Song „We´re From Barcelona“ (mit dem unschlagbaren Mitsing-Refrain „We aim for the stars/we aim for your heart”) ist inzwischen zur Erkennungshymne der Band geworden. Diese steht nun in den Starlöchern von Schweden aus die Welt zu erobern. Der FC Barcelona hat den Song zur Hymne auserkoren und wurde damit Sieger der Champions League, der Bürgermeister der katalanischen Metropole lud daraufhin die gesamte Band zum Essen ein.
I´m From Barcelona sind begeisterte Verfechter der Do It Yourself-Ethik. Es ist daher auch alles andere als Zufall, dass ein Klassenphoto das Cover ihrer Debüt-EP ziert. Bei IFB-Konzerten gibt es keinerlei Grenze zwischen Band und Publikum. Irgendwann hat man es raus, kann die La-La-Las von den Ba-Ba-Bas unterscheiden, und wird Teil eines großen, alle einschließenden Chores. Denn jetzt kommen wir alle aus Barcelona. (Evtl. das englische Original stehen lassen: We´re all from Barcelona now!)