“Palminger, du bist so wunderbar”, singt schmachtend Rica Blunck. Elegant wie eh und je betritt der Besungene die Bühne, und schon kann’s richtig losgehen. „Viktor, schmeiß den Toast auf die Taube.“ Und das macht er. Im türkisfarbenen Kleidchen haut Viktor Marek, seines Zeichen Pudelbetreiber und immer dabei, wenn Hamburger ihre kranken Töne in die Welt musizieren, sein Beats in den Festsaal Kreuzberg. Palminger fängt an zu erzählen: Wir sollten mit auf die Ja-straße kommen, unsere Leber zur Sonne drehen und in den Nieren ein Fest feiern.
Und der Festsaal feiert ein Fest. „Worte, nur Worte, nur Worte“ seien das, trällert Sängerin, Tänzerin und Geigerin Rica sexy in ihr Mikrofon. „Osmose“ antwortet Jacques.
Das Drittel des Quatschkopftrios Studio Braun ist mit seiner ersten Sololangspielplatte auf Tour. Mondo Cherry heißt die und wird fröhlich von den Kings of Dub Rock präsentiert. Ein paar alte Klassiker, bekannt aus Funk und Fernsehen, sind auch mit dabei. Deutsche Frau oder Fick dich, Henry Maske. Dem folgt dann gleich eine so genannte Entschuldigung, in der es hauptsächlich um Masken an sich geht.
Alles durchaus tanzbar. Und so tanzen die drei synchron im Boygroupstil oder sich gegenseitig an, und schütten zwischendurch mal einen Longdrink aus der eigenen Schnapsecke nach. Dazwischen dann pure Lyrik. Ein Gedicht im Paarreim über die Geschichte von Blond, Dick und Hässlich, die sich in einer Kneipe prügeln. Oder pures Theater. Schmerzensschreie, weil sich Stücke in der Harnröhre verhärtet und auf den Weg durch den Körper gemacht haben. „Das sind echt höllige Schmerzen, Cherie“.
Aber zum Glück gibt es den Harakiri Stammtisch Altona. Alle Frauen stehen auf und alle Kinder singen mit. Mit seiner Platte und noch viel mehr mit seinen Konzerten geben Jacques Palminger & The Kings of Dub Rock dem totalen Schwachsinn die Perfektion, die er verdient hat. Das musst du erstmal bringen, Alter. Quatsch als Kunst. Nonsens zum Mitklatschen. Lieder für alle.
Damit endet das Konzert komplett sinnfrei, aber keinesfalls sinnlos. „Denn wenn das immer weitergeht, werden auch wir immer weitergehen.“ Na, hoffentlich.