Es gibt ja Leute, die nicht tanzen wollen. Wer mit so jemandem liiert ist, soll alleine zu einem Kapaikos Konzert gehen. Dort MUSS man nämlich. Aber nicht nur! Ich zum Beispiel, wenn ich DAS Mandolinenorchester live sehe, muss grinsen und Bier bestellen. Für die meisten anderen Leute heißt es Wein bestellen und tanzen. Die Kapaiken sind zu siebt und spielen kaputte Mandolinenfolklore … sagen sie. Das mag ungefähr hinkommen, aber ich habe schon öfter versucht mit ihnen ein Gespräch zu führen. Dann wurde jedesmal klar, dass “kaputt” im Titel steht um die Musiker zu charakterisieren. Möchten Sie, liebe Leserinnen und Leser, erfahren was Sie erwartet? Viele finden es einfach “schön”. Immer wieder hört man, es sei “einfach Punk (aber schön)”. Stellen Sie sich vor wie ein paar Griechen, Bulgaren, Franzose und Finnen zusammen Musik machen – am Nebentisch beim Oktoberfest. Das passende Bild ist “Urlaub am Meer”. Ohne Schirm holen Sie sich einen Sonnenbrand, es sei denn, Sie tauchen kopfüber in die Hektik aus Druck (Mandolinenmelodien), Sog (Basswellen), Cajun (Rhythmusgeröll) und Gischt (Keyboardgetier). Und was vier Mandolinen so können, das muss man ihnen gönnen … Musik, in der Sie baden werden. Wo bleibt der Punk? Er verirrt sich gelegentlich in die Küstenregion, wie ein weißer Hai.

Albert Boje