Dank der collagenartig angelegten Instrumentale von Quasi Modo und den schnoddrigen Wortspielen von Textor waren Kinderzimmer Productions immer die ungewöhnliche Alternative zum Rest der deutschen HipHop-Szene. Daran ändert 13 Jahre nach der ersten Veröffentlichung auch die neue CD ‘Asphalt’ nichts.

Beim Stück ‘Das Andere’ wird sogar explizit betont, dass sich die beiden vielleicht nicht unbedingt als Gegenentwurf, jedoch zumindest als Ergänzung zu gängigen Entwicklungen sehen: “Der Meister der anderen Perspektive, andere Liege, aber dieselbe Psychoanalyse./ Andere Liga, der andere Berliner, der andere John F. Kennedy./ Ich bin so anders, ich erkenne mich selbst nicht wieder./ Die anderen Fanta Vier, das andere ‘Die Da’, das andere Deutschland, das andere ‘Nie wieder’!/ Ich frage nicht mehr, ich antworte lieber./ Ich bin nicht Thomas Anders, nicht die Dieter-Bohlen-Diva!”

Textor geht es darum zu zeigen, wie er sich zum Rest der Welt stellt. Allerdings sagt er auch, dass es eher um einen Zustand geht, in dem sie mal waren. “Es ist jetzt nicht unbedingt die Ist-Situation. Aber wir werden natürlich auf verschiedene Themen angesprochen mit dem Satz ‘Ihr macht doch so was wie…’! Du selbst hast aber das Gefühl, dass das überhaupt nicht passt. Das richtig zu beschreiben, fällt teilweise schwer. Als Antwort gibt es jedoch die Möglichkeit, alles raus zu streichen, was es eben nicht ist. Dann muss am Ende übrig bleiben, was wir sind!”

In dem Zusammenhang ist es natürlich besonders interessant, dass sie trotzdem mit ‘Die Stadt Die Es Nicht Gibt’ ausgerechnet eine Songidee aufgegriffen haben, die von den Fantastischen Vier schon einmal auf deren Scheibe ‘4:99’ verwendet wurde. Das war folglich einer der zwei Punkte bei ihrem Album, bei denen sie lange überlegt haben, was sie tun sollen. “Das zweite Ding war der Titel, da es eine gleichnamige Nummer von Bushido mit Fler gibt, die ‘Asphalt’ heißt. Beides haben wir aber erst im Nachhinein erfahren und dann überlegt, ob uns das was ausmacht. Die Antwort lautet ‘Nein’ – weil das eine mit dem anderen nichts zu tun hat. Das, was bei denen gemeint ist, ist nicht dasselbe wie bei uns. Das ist unserer Meinung nach so ein Vergleich, als ob du sagst, dass die Beatles ein Schlagzeug benutzten – genauso wie die Rolling Stones!”

Text: Holger Köhler