Vier Waliser mischen die harte Gitarrenszene auf: Bullet For My Valentine haben zwar mit ‘Hand Of Blood’ erst eine EP draußen, doch sieht man bei ihren Konzerten massig in die Höhe gereckte ‘Devilhorns’ und hört eine begeisterte Crowd mitsingen.

Als ‘Retter des britischen Metal’ hat man sie schon gefeiert und den Award ‘Best British Newcomer’ – verliehen von der Metal-Gazette Kerrang! – hat das Quartett zudem eingesackt. ‘The Poison’ heißt das erste Album der jungen Wilden, das auf der einen Seite mit emotionsgeladenen Melodien nicht geizt, sich andererseits noch mit Reminiszenzen an die alten Helden der Bay Area Metal- oder der New Wave Of British Heavy Metal-Szene schmückt. “Wir schrieben einfach unsere Songs, ohne uns Gedanken darüber zu machen, in welches Genre wir wollten. Und dann erkannten wir, dass wir gut diese harmonischen Gitarren spielen können, worauf wir dann den Schwerpunkt legten. Wir nehmen eben Einzelheiten aller Genres, die wir mögen, wobei der Hauptteil wohl der 80’s Thrash-Metal ist. Aber wir haben eben auch dann die Emo-Melodien und Hardcore-Vocals und fügen dem Ganzen dadurch noch eine besondere Note hinzu. Ja, ich denke wir sind Metal!”, lautet die Ansage von Sänger und Gitarrist Matthew ‘Matt’ Tuck.

Trotz der eigenen Note schreiben BFMV nicht gleich die ganze Rock’n’Roll (oder Heavy Metal)-History neu. Immerhin kann man emotionales Screamo-Gefräse mit hohem Metal-Faktor mittlerweile ja schon in fast jeder Dorfdisko goutieren. Die Konkurrenz ist hart. In dem Sektor stehen massig Bands in der Schlange wie auf einem Klo, wo alle Pisspötte verstopft sind. Ein gutes Maß an Individualität zu haben, kann da helfen. Haben sie das? “Ich denke, dass wir die einzige britische Band sind, die diesen Sound hat. Deswegen läuft es auch hier bei uns so gut”, meint Matt. “Es gibt sicherlich eine ganze Menge der Bands, wie wir eine sind in den Staaten, aber etwas, das ‘homegrown’ ist, ist doch etwas Besonderes. Und du kannst so hart sein, wie du willst, aber wenn du eine Handvoll guter Refrains hast, zu denen du die Faust in die Luft recken kannst, dann hast du auf jeden Fall den Schlüssel.” Fists in the air!

Text: Martin Erfurt