Die vier Mitglieder lernen sich 1985 in der Schule in Blackwood, Wales kennen – eine klassische Arbeitergegend geprägt von Gewerkschaftsbewegungen. Die Jungs sind Fans von The Clash und versuchen, etwas eigenes auf die Beine zu stellen. Das eher lockere Projekt wird nach zwei Jahren ambitionierter. Die Geschichte der Manic Street Preachers beginnt. Ihr erstes Demotape drücken sie John Peel in London persönlich in die Hand: erfolglos. Die erste Single „Suicide Alley“ erscheint im selben Jahr.

Die Band proklamiert, dass jede neue Musikergeneration das Erbe der vorhergehenden zerstören sollte, und startet massive öffentliche Angriffe gegen die aktuelle Musikszene. Die Manic Street Preachers finden im Journalisten Rob Stanley einen Förderer. Er veröffentlicht auf seinem kleinen Punklabel Damaged Records vier der Manics-Demos auf der EP „New Art Riot“, was der Band ein breites Presseecho beschert. Ihr Konfrontationskurs mit der Öffentlichkeit spitzt sich durch die Songzeile „I Laughed When Lennon Got Shot“ zu. Der NME schreibt später über diese Zeit: „Sie waren spektakulär gebildete Situationskunst-Terroristen, die die Werte der westlich-kapitalistischen Erwachsenenwelt genug verabscheuten, um zu sagen, bringt euch um, bevor ihr 13 seid.“

Auf Anraten ihres Managers Phil Hall ziehen die Manics nach London. In einem Interview mit dem Journalisten Steve Lamacq (NME) schneidet sich Richey James 1991, auf die Frage wie ernst es die Band überhaupt nähme, mit einer Rasierklinge ein „4 Real“ in den Arm. Die Wunde wird mit 17 Stichen genäht.

1992 unterzeichnen die Manic Street Preachers bei Columbia Records und haben somit einen Plattenvertrag bei einem Majorlabel, noch bevor eine LP von ihnen erschienen ist. Ihr erstes Album „Generation Terrorists” erscheint im selben Jahr. Während „Gold Against the Soul” (1993) als unfokussiert abgeschrieben wird, erfährt ihr 1994er „The Holy Bible”, welches kompromisslos dunkel gehalten ist, sensationelle Kritiken. Bei einem Konzert in London zerschlagen die Musiker Ausrüstung im Wert von ungefähr 10 000 Pfund auf der Bühne. Wire kommentiert: „Wir werden nie wieder so gut sein wie heute.“

Einen herben Rückschlag erleidet die Band 1995 durch das Verschwinden (und den wahrscheinlichen Suizid) des Gitarristen Richey James Edwards. Danach stellen die Manics sämtliche Bandaktivitäten für ein halbes Jahr ein. Edwards Auto wird entdeckt, doch sein Verbleiben ist unklar. Die Band weigert sich jahrelang, öffentlich über das Ereignis zu reden.

Im Mai 1996 erscheint das erste Album nach James’ Verschwinden, „Everything Must Go“ – ein Großteil der Texte stammt noch von ihm. Das folgende Album „This Is My Truth Tell Me Yours“ (1998) ist musikalisch offener und einfacher zugänglich. Es bekommt es Doppel-Platin und landet in England auf Platz 1 der Albumcharts. Der Band gelingt es, Zuhörer außerhalb ihres festen Fan-Kreises zu erreichen. Der Erfolg zieht außerdem ausverkaufte Konzerte in Großbritannien, sowie Touren durch Europa, Japan, Australien und die USA im Jahr 1999 nach sich. Im selben Jahr gewinnen sie bei den Brit-Awards in den Kategorien „Beste Band“ und „Bestes Album“.

Mit Neuveröffentlichungen hält sich die Band um die Jahrtausendwende zurück. Doch zwei Konzerte sorgen für Medienrummel: An Silvester 1999/2000 spielen die Manic Street Preachers im Millennium Stadium in Cardiff vor 65.000 Zuschauern. Im Februar 2001 treten sie in Havanna auf – es ist das erste Konzert einer westlichen Popband seit der kubanischen Revolution 1959. Ihre Single „The Masses Against The Classes“ mit kubanischer Flagge auf dem Cover, landet auf dem ersten Platz der britischen Charts und auch ihr darauf folgendes Album „Know Your Enemy“ schließt an den Erfolg an.

In den folgenden Jahren beschäftigt sich die Band mit der Aufarbeitung alten Materials. Erst 2003 beginnen sie ein Album einzuspielen. Im November 2004 erscheint „Lifeblood“, welches ruhiger und introvertierter als vorherige Veröffentlichungen ist. Der darauf enthaltene Song „Cardiff Afterlife“ setzt sich explizit mit dem Verschwinden von Richey James auseinander und ist die erste offizielle Stellungnahme der Band dazu.

Erneut vergehen drei Jahre, bis die Band 2007 „Send Away The Tigers“ veröffentlicht. In England landet es auf Platz zwei der Albumcharts. Im Winter 2008 finden in den Rockfield Studios in Wales Aufnahmen für ein neues Album statt und im Mai 2009 erscheint mit “Journal For Plague Lovers” das neunte Studioalbum der Manic Street Preachers. Auf der Platte finden sich ausschließlich von Richey James verfasste Texte – hinterlassene Werke, die bis dahin unveröffentlicht waren.

Die Manic Street Preachers sind:

James Dean Bradfield – Gesang, Gitarre
Nicky Wire – Bass, gelegentlich Gesang
Sean Moore – Schlagzeug, Trompete
[Richey James – Gitarre]