Dennis Lyxzén, der Sänger der (International) Noise Conspiracy, veröffentlicht die dritte Langspielplatte seines Solo-Projekts Lost Patrol Band, erneut mit anderen Musikern und anderer Musik.

Dennis zufolge handelt es sich um “Power-Pop, diesen vergessenen Sound der späten Siebziger, frühen Achtziger. Es ist eine Art Liebeserklärung an diesen Klang, an die Buzzcocks, Elvis Costello, The Beat, The Nerves, die Ramones. Einfache poppige Punk-Lieder oder punkige Pop-Lieder. Enge Hosen spielen definitiv eine wichtige Rolle…” Und das soll man auch sehen: “Der Umschlag ist klasse, oder? Wir sehen viel härter aus, als wir eigentlich sind. Lederjacken, The Germs-Armbänder – eine klassischen Punk-Platte. Die Musik ist so düdelü, aber wir sehen auf jeden Fall super gefährlich aus (lacht).”
The Lost Patrol wurde ursprünglich 1998 von Dennis gegründet, um “politische Protestlieder” im Stil von Singer/Songwritern wie Billy Bragg zu spielen. Der Nachfolger ‘Songs About Running Away’ von 2003 war dagegen eine Sammlung melancholischer Liebeslieder, die ursprünglich geschrieben worden waren, um Dennis’ Ex-Freundin zurückzuerobern. Mit neuen Mitstreitern nennt er das Ganze jetzt die Lost Patrol Band.
Diese besteht neben Dennis an Gitarre und Mikrofon aus Robert Pettersson am Bass (The Regulations), André Sandström am Schlagzeug (ehemals bei der Hardcore-Band DS-13),  Anders Stenberg an der Gitarre (Deportees) und Jonas Lidström an der Orgel (ebenfalls Deportees), allesamt Kumpels aus der kleinen Musikerszene im nordschwedischen Umeå. Verantwortlich für die Produktion waren Stefan Granberg (Randy) und Daniel Berglund (Isolation Years).
Trotz neuem Bandgefüge und schmissiger neuer Musik blieb das große Thema jedoch das alte: “Es geht immer noch um die Trennung von meinem Mädchen”, erklärt Dennis. “Das beschäftigt mich weiterhin. Außerdem ist das natürlich ein Standardthema im Power-Pop-Genre, wo es nur um Pop und Mädchen geht.” Wo jedoch viele klassische Junge-trifft-Mädchen-Lieder keinerlei Tiefe besitzen, merkt man den Texten von Dennis Ehrlichkeit und Ernsthaftigkeit an. “Viele der alten Power-Pop-Lieder haben einen gewissen chauvinistischen Stil, es geht immer nur um Teenager. So sind meine Texte nicht. Sie beruhen auf eigenen Erfahrungen. Aber soo ernst nehmen wir das nun auch wieder nicht. Wir wollen Spaß haben.” Außerdem kann der Mann ja nicht ewig derselben Frau nachweinen. Wird es eine dritte Platte zum Thema geben? “Vielleicht noch eine Single (lacht). Nein, ich glaube nicht. Erstmal fällt mir nichts mehr zu ihr ein.”
Das Konzept der Lost Patrol Band ist schlicht, machen zu können, was man will. “Im Augenblick ist es eben Power-Pop, den wir alle schön finden und unter diesem Namen spielen wollen. Es ist cool, ein Projekt zu haben, das nicht so anspruchsvoll ist. Die (International) Noise Conspiracy ist mein Leben, aber gleichzeitig auch mein Beruf. Die Lost Patrol Band ist ungezwungener. Ich gehe mit meinen Freunden in den Proberaum und tobe mich aus. Das kann ich mit der Noise Conspiracy so nicht mehr machen. Es ist ein bisschen wie früher, als ich anfing, Musik zu machen. Spontan und frei.”