Aus dem dreckigen und feurigen Vulkangestein der Insel Islands, steigt ein Mann empor, wirft sein Whiskey-Glas von sich, schnappt sich eine Gitarre, steckt die Zigarette in den Mundwinkel und beginnt mit seine schwermütigen Blues-Songs die Lava zum Schweigen zu bringen. Ob es ihm gelingt? Öfter als man meint, denn in seinem Heimatland hat Mugison schon längst den Durchbruch geschafft und ist nun bereit in die Ferne auszuziehen. Als junger Hüpfer unter dem Namen Örn Elías Guðmundsson zur Welt gekommen, besucht er irgendwann seinen Vater Muggor in Malaysia. Dieser ist dort als Karaoke-Sänger unterwegs. Klingt schräg? Ist es wohl auch! Jedenfalls können die Einheimischen seinen Namen nur schwer aussprechen und so wird aus Muggor „Muggi“. Nach guter alter Tradition wird dementsprechend in Island aus Muggi „Mugison“.

Die Liebe zur Musik entspringt bei „Mugison“ recht früh und so kauft er sich mit seinem ersten selbst verdienten Geld ein Ticket nach London. Dort beginnt er eine Lehre als Tontechniker und seine ersten eigenen musikalischen Gehversuche. Er trifft zufällig auf Matthew Herbert, der ihm eine Zukunft auf seinem Label Accidental Records anbietet. Im Jahre 2003 erscheint mit “Lonely Mountain” sein erstes Album. Auf Anhieb erreicht das Werk in seiner Heimat Platinstatus und wird prompt zur Platte des Jahres in Island gekürt. Auch der Nachfolger “Mugimama, Is This Monkey Music?” (2004) wird ein großer Erfolg und etabliert den Indie-Blues-Rocker endgültig in seinem Vaterland. Doch die reicht ihm schon lange nicht mehr. Er will weiter, er muss weiter!

Im Jahr 2007 veröffentlicht er mit “Mugiboogie” sein drittes Werk in Island, von dem bereits jetzt schon über 10.000 Stück verkauft sind. Eine beeindruckende Zahl, wenn man sich die Gesamteinwohnerzahl von Island mit gerade einmal 300.000 Hanseln vor Auge führt. Es folgen etliche Konzerte, u.a. sogar eine Tour mit den Queens Of The Stone Age durch Kanada. Bis „Mugiboogie“ im Rest Europas erhältlich ist, dauert es jedoch noch ein Weilchen und so erblickt das Isländische Überraschungs-Ei erst im Juni 2008 das Licht Deutschlands.

Enrico Ahlig