Was für ein Zufall! Während unser neuer deutscher Superstar sich seinem Eintagsfliegen-Glück hingibt und ‚Now Or Never’ trällert, eröffnen die Jungspunde aus dem beschaulichen Bexhill in England ihr Debüt ‚These Things Move In Threes‘ mit einem gleichnamigen Stück. Einziger Unterschied dabei ist, dass Sie damit den Grundstein für ihre langjährige Karriere legen, und der arme Mark Medlock binnen drei Monaten vergessen sein wird.

Die Arena ist eines der größten Venues in Berlin. Heute Abend werden die Jungs um Sänger Noo The Killers supporten, und Aufregung scheint für die Jungs aus Bexhill ein Fremdwort zu sein. Rumlungern im Backstage-Bereich steht auf der Tagesordnung. Der Mac wird auf dem Schoss geparkt, während man frei von der Seele über die Zeit vor den großen Ereignissen spricht. Ereignisse, wie der Einladung der Kaiser Chiefs als Support-Act. Oder halt The Killers. Noo und Bandkollege Oli werfen sich die Bälle zu, während sie frei von der Brust reden.

“Früher haben wir die Leute eingeladen, auf die Bühne zu kommen und bei unseren Stücke mitzuspielen”, erzählt Oli, während ihm Noo lachend ins Wort fällt: “Oh ja, es gab einmal einen sehr bizarren Zwischenfall. Wir haben wieder Leute auf die Bühne gebeten, unsere Instrumente verliehen und sind zur Bar gegangen. Als wir uns umdrehten, merkten wir dass kein einziges Bandmitglied mehr auf der Bühne war. Das ganze ging fünfzehn Minuten lang. Der Promoter des Clubs hat uns dafür gehasst. Heute ist es etwas anders. Es kommen nicht mehr so viele Leute auf die Bühne.”

Was einfach daran liegt, dass die Clubs immer größer werden. Ihre Mischung aus Melodie-Versessenheit und wunderschönem Gesang funktioniert einfach perfekt. Mal geben sie sich verträumt experimentell (‚Now Or Never’). Mal übermütig juvenil (‚What Would Steve Do?’). Mal simpel und harmonieversessen (‚Out Of Question’). Und all das mit einer Eingängigkeit, die ihres Gleichen sucht. “Wir haben von Anfang an darauf geachtet, auf unseren LPs und EPs verschiedene Seiten von uns zu präsentieren. Auf der einen Seite einfach strukturierte Popsongs, auf der anderen Seite mitunter härtere oder experimentellere Stücke. Wir haben immer zwei Seiten von uns gezeigt und unsere wahren Fans wussten nie, was sie als nächstes erwarten wird. Das macht uns aus.”

Ihr Debüt ‚These Things Move In Threes’ spiegelt nichts anderes wieder. Mit dieser Mischung werden sie bald alleine als Hauptact die großen Bühnen bespielen und sich in die Spitze der IndiePop-Elite einordnen können.

Text: Tanja Hellmig