In America ist man sich einig: O’Death sind die Newcomer der Stunde. Dieser Tage wird ihr DebütHead Home‘ auch in Deutschland veröffentlicht und verbreitet im Vorfeld allerhand Verwirrung. Für Sänger Greg Jamie keine große Überraschung.

I. Das Chaos hat System

“Wir kommen aus New York. Nichts besonderes, ich weiß. Doch was uns von vielen Kollegen unterscheidet, ist unser musikalischer Anspruch: Es geht bei O’Death eben nicht darum, irgendwelchen Trends hinterherzulaufen, sondern sich um Eigenständigkeit zu bemühen. Wir wollen nicht schockieren, aber den Hörer überraschen. Jeder, der ‚Head Home’ in seiner Anlage liegen hat, soll sich nach dem letzten Song fragen: ‚Verdammt, was war das? Egal, ich mag es und will es gleich noch mal hören!'”

II. Folkrock kennt keine Grenzen

“Es gibt genügend gute Gitarren-Pop-Bands. Eine weitere braucht die Welt in meinen Augen wirklich nicht und deswegen haben wir uns seit der Gründung vor zwei Jahren den Möglichkeiten des Folkrocks zugewandt. Dabei war uns eine unkonventionelle Instrumentierung sehr wichtig. (überlegt) Dies klingt ein wenig nach Konzeptband, aber dass ist nicht O’Deaths Anspruch. Wir möchten die Grenzen des Genres soweit wie möglich testen, ausreizen und erweitern.”

III. Bühnenschweiß reinigt die Haut

“Live zu spielen ist für uns wahnsinnig wichtig. Nur auf der Bühne kommen die Songs richtig zur Geltung. Dabei betreten wir den Club gut situiert. Im Laufe des Gigs spielt man sich allerdings in einen solchen Rausch, dass Klamotten meist ein Hindernis darstellen. Also runter damit! (lacht) Gerade diese Energie war für O’Death sehr schwer, im Studio einzufangen und deswegen haben wir für die Aufnahmen auch länger gebraucht als erhofft. Perfektion spielt bei einer Session eben doch eine entscheidende Rolle, ganz klar.”

IV. Verlange vom Instrument das Äußerste

“Ich kenne viele Musikerkollegen, die sich strikt weigern würden, auf lädierten Instrumenten zu spielen. Für uns liegt aber genau darin die Kunst und dies wird an folgendem Beispiel deutlich: Unser Drummer David Rogers-Berry spielt auf einem völlig niedergeknüppelten Schlagzeug und die Sounds, die dabei entstehen, klängen ganz anders, würde man sie auf einem heilen, neu gekauften Drumkit erzeugen! Das ist definitiv ein Aspekt, der uns von vielen anderen Musikern unterscheidet und O’Death die Eigenheit verleiht.”

All die Abgrenzungsgedanken in Ehren, aber O’Death werden bei vielen Indie-Nerds offene Türen einrennen. Zu süchtig machend und originell kommt ihr fiedelnder Banjo-Folk-Rock auf ‚Head Home’ daher. Lasst sie also ruhig machen, O’Death wissen, was sie tun!

Text: Marcus Willfroth