Patti Smith stellt eine einzigartige Persönlichkeit in der Rock- und Kunstszene dar. Geboren am 30. Dezember 1946 in Chicago und in Woodbury, New Jersey, aufgewachsen, entdeckte sie schon zu Schulzeiten ihre Liebe zur Lyrik und zur Rockmusik. Nach dem College ging Patti nach New York, wo sie innerhalb der folgenden Jahre fester Bestandteil der dort ansässigen Underground-Kunstszene werden sollte. Ihr künstlerisches Betätigungsfeld war äußerst weit gefächert: Dichtung, Performances, Schauspielerei, Malerei, Play-Writing und natürlich Musik. Desweiteren war sie als Plattenkritikerin für Zeitschriften wie „Cream“ und „Rock“ tätig. Zu ihren künstlerischen Vorbildern zählten sowohl Dichter wie Rimbaud und Boudelaire als auch Rockheroen wie die Rolling Stones, Jimi Hendrix und nicht zuletzt Jim Morrison. Dem legendären Doors-Frontman gleich, legte Patti Smith besonderen Wert auf die Texte ihrer Songs und veröffentlichte auch beachtenswerte Gedichtbände (Babel, Witt, Seventh Heaven). Schon nach ihrem 1975 erschienenen Debütalbum „Horses“ (Produzent John Cale), avancierte Patti Smith zur Rock-Poetin Nr. 1 und schaffte den Sprung in die amerikanischen Top 50. Ein Jahr später veröffentlichte sie ihr zweites Album „Radio Ethiopia“, voll leidenschaftlicher Lyrik gepaart mit ungehobeltem, rauhem, alternativem Rock.

Der weltweite Durchbruch wurde ihr schließlich durch das 1978 veröffentlichte Werk „Easter“ beschert, auf dem sich unter anderem die in Zusammenarbeit mit Bruce Springsteen entstandene Hit-Single „Because The Night“ befand. Im Jahr darauf folgte das Album „Wave“ mit herausragenden Stücken wie „Dancing Barefoot“ und „Frederick“. Letzteres war ihrer neuen Liebe, Fred „Sonic“ Smith, dem Gitarristen und Mitbegründer der legendären Polit-Rockgruppe MC5, welche in den Endsechzigern für beträchtliche Furore sorgte, gewidmet. 1980 gehen Patti und Fred den Bund der Ehe ein, aus welcher zwei Kinder hervorgehen. Patti beschließt ihre physisch und psychisch auszehrende Rockkarriere vorerst auf Eis zu legen und widmet sich voll und ganz ihrer Familie.

Das erste künstlerische Lebenszeichen gibt Patti Smith nach neunjähriger Schaffenspause mit dem Album „Dream Of Life“ von sich, welches in Zusammenarbeit mit Ehemann Fred entstand. Hierauf zeigt sie eindrucksvoll, daß sie nichts von dem Biss und Esprit der früheren Jahre verloren hatte. 1994, während Patti und Fred sich in der Vorbereitung zu einem neuen Album befinden, erliegt Fred völlig unerwartet einem Herzinfakt. Kurz darauf ereilt ihren Bruder Todd das gleiche Schicksal. Zudem verlor Patti noch zwei weitere Menschen, die ihr zeitlebens äußerst viel bedeuteten: den New Yorker Starfotografen Robert Mapplethorpe (ihr früherer Protegé und Lebensgefährte) und ihren Pianisten Richard Sohl. Trotz dieser massiven Schicksalsschläge stürzt sich Patti Smith in neue musikalische Projekte. Dichterlesungen und Auftritte folgen. Das Album „Gone Again“ erscheint im Sommer 1995. Der Titeltrack war auch der letzte Song, den Fred Smith Zeit seines Lebens schrieb und handelt von der ständigen Selbsterneuerung des Lebens. Das Feedback auf das Album ist enorm und die Kritiker überschlagen sich: „Kraftvollstes Album des Jahres“, „die wichtigste Rockstimme kehrt zurück“, „die gegenwärtig vitalste Künstlerin des Rock“.

Im April 2007 erschien „Twelve“, das langerwartete neue Album der US-amerikanischen Singer/Songwriter-Legende Patti Smith. Auf ihrem neuen Album interpretiert sie klassische Rock- und Pop-Songs neu. 2007 wird Patti Smith, deren Debütalbum „Horses“ 1975 erschien, außerdem in die renommierte „Rock & Roll Hall Of Fame“ aufgenommen. „Twelve” ist der Follow-Up zu ihrem letzten Studioalbum „trampin’” (2004) und ist das erste Patti-Smith-Album, das ausschließlich aus Neu-Interpretationen von Stücken anderer Künstler besteht.

Für „Twelve” nahmen Patti Smith und ihre Band – Lenny Kaye (Gitarre), Jay Dee Daugherty (Schlagzeug) und Tony Shanahan (Bass, Keyboard) – eine Reihe bekannter und weniger bekannter Pop- und Rock-Songs neu auf, etwa „Pastime Paradise“ von Stevie Wonder, „Everybody Wants To Rule The World“ von Tears For Fears und „Helpless“ von Neil Young. „Twelve” enthält außerdem Stücke von Jimi Hendrix, den Doors, Nirvana, Jefferson Airplane, den Beatles, den Rolling Stones, den Allman Brothers und Paul Simon.

Eine Auswahl profilierter und persönlich bekannter Gastmusiker unterstützen Smith und ihre Band auf „Twelve“, darunter der italienische Cellist Giovanni Sollima, der Bühnenautor Sam Shepard, der Banjo spielt (mit Shepard stand Smith 1971 in dessen Stück „Cowboy Mouth“ auf der Bühne), die vor allem in den frühen 60er Jahren aktiven Greenwich-Village-Folk-Künstler John Cohen (Banjo) und Peter Stampfel (Geige), Red-Hot-Chili-Peppers-Bassist Flea, Television-Gitarrist Tom Verlaine, Rich Robinson von den Black Crowes, der Slide-Gitarre und Dulcimer spielt und HipHop-Produzent Luis Resto (Eminem) am Keyboard. Patti Smiths Tochter Jesse und ihre Sohn Jackson steuerten Gitarren- und Gesangs-Parts bei.

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