Was die höchste Ehre für einen Musiker ist? Justin Warfield kennt darauf nur eine Antwort: “Wenn sich die Leute aussuchen können, ob sie zu deiner Musik weinen, tanzen oder Sex haben wollen”, sagt der Sänger von She Wants Revenge. Wobei die Reihenfolge in einer Show des durch DJ Adam komplettierten Duos etwas anders ist. Da tanzen erst alle – wirklich alle – zu dem minimalistischen Wave-Beat, entfesseln sich und halten Ausschau nach potenziellen Beischlafkandidaten – na, und die Tränen kommen dann vielleicht im Morgengrauen, wenn der Kick der Nacht eben wieder nur ein Kick war, und She Wants Revenge längst bei Songs angekommen sind, die “Broken Promises For Broken Hearts”, “Disconnect” und “Someone Must Get Hurt” betitelt sind.

Und wo fing das alles an? Natürlich (?) im San Fernando Valley, der Hochburg der US-Pornoindustrie, wo die B-Boys Justin Warfield und Adam Brevin eigentlich zusammenkamen, um HipHop zu machen – um dann mal eben mit “She Wants Revenge” das beste 80ies-Album abzuliefern, das vor gut 20 Jahren noch nicht gemacht wurde bzw. werden konnte. Die Prince-, LL Cool J- und The Smiths-Fans wollen nur eins nicht – “traditionelle Liebeslieder schreiben.” Keine Angst, das ist Ihnen für She Wants Revenge auch nicht gelungen. Dafür gibt’s mit “Tear You Apart” im Da-Da-Da-Rhythmus eine erstklassige Single mit folgendem Refrain: “I want to hold you close… As I whisper in your ear, I want to fucking tear you apart.” Das sensationelle Video dazu, eigentlich schon ein Kurzfilm, ist in der Regie mit einem Freund prominent besetzt: Joaquin Phoenix gibt in deutschen Kinos immer noch den jungen Johnny Cash. Aber der verstand ja auch