Dreiviertel von Sparta – namentlich Jim Ward, Paul Hinojos und Tony Hajjar – waren bereits maßgeblich als Mitglieder und Songwriter an der Band At The Drive-In beteiligt, einer Band die 1994 von Jim mitgegründet wurde. Als ATDI dann im März 2001 erste Auflösungserscheinungen zeigte, dauerte es weniger als drei Monate – und Sparta standen im Proberaum. Als es dann endgültig klar war, dass ATDI in voraussehbarer Zukunft nicht mehr zusammen auftreten würden, konzentrierten sich Jim, Paul und Tony nur noch auf das neue Projekt Sparta. Das Line-up wurde später durch den Bassisten Matt Miller (ex-Belknap) abgerundet, während der ehemalige ATDI-Bassist Paul den Bass mit der Gitarre tauschte und Jim die Vocals und die Gitarre übernahm.

“Bevor es dann tatsächlich mit Sparta losging, war ich ziemlich am Kämpfen, am Suchen”, erinnert sich Jim. “Ich habe sozusagen versucht, den für mich künstlerisch perfekten Platz zu finden. Aber als Paul dann angerufen und vorgeschlagen hat, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen – das später dann Sparta wurde – gab es für mich keine Zweifel mehr. Ich spürte sofort und mit ganzem Herzen, dass dies genau das richtige ist. Und so war dann auch das Songwriting sehr unbeschwert, locker und hat sehr viel Spaß gemacht. Da wir uns alle bereits musikalisch sehr gut kannten, stimmte die Chemie einfach und die neue Energie, die jetzt dazukam, machte alles zu einem frischen, äußerst willkommenen Kapitel in unserem Leben.”

Und die Spartaner verloren nicht lange Zeit: Schon in der zweiten Hälfte des Jahres 2001 spielten sie 11 Shows – von Texas bis hin nach Reykjavik, Island.

“Unsere erste Tour war großartig, aber wir waren auch irgendwie ängstlich”, sagt Paul. “Wir mussten ganz von vorn anfangen, 11 Shows irgendwie zu einer Tournee zusammenflicken. Doch wir bekamen sofort klasse Reaktionen. Das hat uns schlicht umgehauen – nicht nur die Unterstützung durch die Kids (und die war echt massiv), sondern auch deren spontanen Reaktionen. Dafür können wir gar nicht dankbar genug sein.”

Spartas erste offizielle Veröffentlichung ist die bereits erwähnte Vier-Song-EP “Austere”, die bei uns am 06. Mai auf Restart/Dreamworks herauskommt (Restart ist ein Indie-Label in El Paso, das Jim und Paul gegründet haben, um Künstlern ihrer Heimat eine Startmöglichkeit zu schaffen. Bisher erschienen auf Restart Platten von Universal Recovered, Airplanes Are Better, und es kommen noch das Debüt von Nakia, eine Wiederveröffentlichung von ATDIs “Acrobatic Tenement” und einiges mehr).

“Austere” ist ein in jeder Beziehung eindrucksvolles Werk, das weitergeht als alle Unternehmungen, die die einzelnen Mitglieder bisher in Angriff genommen haben. Dabei ist gerade nicht die Energie einer jungen Band auf der Strecke geblieben, aber trotzdem scheinen die Kompositionen viel erwachsener und punktgenauer. Vom Refrain “this time I’ll get it right” des Openers “Mye” bis hin zum ” I’m fading out” des Schluss-Songs “Echodyne Harmonic”, betritt Sparta neben bekannten Terrain auch mit ungezügelter Kraft und ohne Berührungsängste neues, unerforschtes Gebiet. Die Gesangs- und Instrumental-Melodien wechseln zwischen erhaben-schönen und eindringlich-direkten Feelings, getragen von den soliden, packenden Rock-Rhythmen, die von teilweise recht ungewöhnlichen, elektronischen Beigaben aufgelockert und unterstützt werden. Spartas Lust auf Experimente überdeckt dabei aber nie die Stärke ihrer großartigen Kompositionen. Es ist zwar unübersehbar, dass die Band gewillt und entschlossen ist, sich weiterzuentwickeln, neue Sachen auszuprobieren, ohne dabei aber ihre bisherigen Qualitäten zu vernachlässigen – und der Hörer wird sich deshalb noch auf viele hochinteressante Jahre freuen können.

Noch vor den Aufnahmen zu “Austere” hatte Sparta bereits frühe Demos von drei ihrer Songs über ihre Spartamusic.com-Website veröffentlicht, die nicht auf “Austere” zu hören sind. Diese Stücke wurden in Zusammenarbeit mit Produzent Jerry Finn (Blink 182, Green Day, Sum 41) in den Armory Studios in Vancouver, Kanada, neu aufgenommen und bilden jetzt das Rahmenprogramm des ersten “richtigen” DreamWorks-Longplayer der Formation. “The Wiretap Scars” heißt das neue Werk, mit dem Sparta nahtlos an ihre legendäre Vergangenheit anknüpfen.