Wer an die Kraft von Schnapszahlen als Glücksbringer glaubt, der sollte bei TempEau. ruhig einmal mehr als nur aufhorchen: Einen als Newcomer zwischen lauter etablierten Acts hervorragenden elften (11!) Rang hat die Gruppe um Jan Plewka und Marek Harloff bei Stefan Raabs ‚Bundesvision Song Contest’ geholt. Die Single „Ein Schöner Tag“ stieg anschließend sensationell auf Platz siebenundsiebzig (77!) in die Charts ein. Einhundertelf (111!) zahlende Gäste waren beim intimen Showcase in Berlin. Und nun kommt am 5.5. (!) das zweite Album ‚Kein Weg Zurück’, auf dem – man ahnt es – elf (11!) Songs sind. Wenn das nicht nach einem elften Platz in den deutschen Albumcharts schreit! Der Anfang ist gemacht. TempEau. haben alle Brücken hinter sich gekappt. Ab jetzt gilt: Es gibt keinen Weg zurück!

Es gibt wohl keine größere Kraft als unsere Träume. Aber erst wenn wir aufhören sie nur zu träumen, ihnen durch Mut, Kraft und Glauben ‚gestatten’, Realität zu werden, können Träume nicht nur wahr werden, sondern Berge versetzen. TempEau. ist ein solcher wahr gewordener Traum. Seine Erfüllung hat 25 Jahre gedauert. Es ist der Traum von Jan Plewka (Gesang, Gitarre), Marek Harloff (Gesang, Bass, Keyboard) und Stephan „Stoppel“ Eggert (Schlagzeug, Background-Gesang). Sie verkünden ihn mit ‚Kein Weg Zurück’, ihrer fantastischen zweiten Single ‚Vorbei’ und demnächst auch auf deutschen Bühnen. Sie haben 25 Jahre gewartet. TempEau. sind bereit!
Du kennst TempEau. – auch dann, wenn du vielleicht meinst, sie nicht zu kennen. Jan Plewka und Stephan Eggert haben mit Selig und zeitlosen Meilensteinen wie „Ohne Dich“ deutsche Rock-Geschichte geschrieben, ehe die Gruppe 1999 am Erfolg zerbricht. Der aus einer arrivierten Künstlerfamilie stammende Marek Harloff indes, ist einer der talentiertesten Jung-Schauspieler der Republik – für seine Rolle in Dominik Grafs ‚Der Skorpion’ wurde er einst mit dem ‚Goldenen Löwen’ ausgezeichnet. Lange bevor sie auf solch unterschiedlichen Pfaden zu prägenden Gestalten des hiesigen Kulturbetriebs avancierten, hatten Jan und Marek aber bereits ihren Traum.

Sie sind neun Jahre alt und leben mit ihren Eltern in Ahrensburg als sie Ende der 70er Matsch gründen – die erste gemeinsame Band. Drei Jahre lang sind sie sicher: „Das und nur das wollen wir unser Leben lang machen“. Zusammen! Dann jedoch setzen die Irrungen und Wirrungen der Pubertät ein – Jan wird zum Seitenscheitel-Popper, Marek zum Öko – man hat sich nichts mehr zu sagen, mit Matsch ist es erst einmal vorbei.

Dass man Freunde aus der Kindheit aus den Augen verliert, gehört zum Großwerden dazu. Solche Geschichten haben in den allermeisten Fällen kein Happy End. Nun, diese hier hat eines! Marek und Jan haben Kinder gekriegt, Karriere gemacht und seit Jahren nicht mehr miteinander gesprochen, als das Schicksal sie 2003 wieder vereint. Freundeskreis-Kopf Max Herre spielt die gute Fee. Für den Film ‚Blackout Journey’, in dem Marek einen Rocksänger mimt, soll Herre jemanden finden, der dem Schauspieler authentisch das Leben eines Rockstars zu vermitteln weiß. Herre kennt den richtigen Mann für den Job: Jan Plewka.
Was danach passiert, bezeichnet der damals Angerufene als „pure Magie“. Innerhalb kürzester Zeit entwickelt die eigentlich fiktive Filmband TempEau. ein beachtliches Eigenleben. Stoppel, mit dem Jan bereits bei der Selig-Nachfolgeband Zinoba spielt, kommt hinzu, die Band wird größer als der Film. Endlich sind Jan und Harloff wieder vereint und können die Matsch-Geschichte fortschreiben. Für dieses Anliegen nimmt Jan sich stark zurück: Marek singt, Jan schneidert ihm die Texte auf den Leib. Kurz darauf dann das erste, selbstbetitelte Album und der Indie-Hit ‚Junge Im Schnee’. Wütender Indie-Protestrock mit punkiger Note, energischem Aufbegehren und von hoher lyrischer Brillanz in der Tradition von New Wave und Post Punk.

TempEau. wächst und gedeiht: „Die Band ist für uns wichtiger geworden als all unsere anderen Aktivitäten“, erklärt Jan. „Zinoba und meine Solokarriere sind erst einmal Vergangenheit, jetzt gibt es nur noch TempEau.“ Wer Plewkas Stimme liebt, braucht indes nicht traurig zu sein – ab sofort singen beide Frontleute! „Marek und Stoppel haben mich überredet“, grinst Plewka. „Sie sagten: ‚Jan, es kann nicht sein, dass so ein toller Sänger wie du nur Gitarre spielt.“ Während sich die beiden bei der ersten Single ‚Schöner Tag’ noch brüderlich die Vocals teilten, hat sich bei anderen Songs die Frage wer was singt ganz von selbst beantwortet. „Marek war schon immer der Protestler von uns beiden, schon damals hat er am Lagerfeuer ‚Blowing In The Wind’ gespielt, während ich mehr für die romantischen Geschichten zuständig bin – so halten wir es auch jetzt. Unsere Stimmen passen optimal zusammen, wahrscheinlich weil wir ähnlich viele Partys hinter uns haben“.

Für ‚Kein Weg Zurück’ haben sie sich nun wochenlang in einer Holzhütte von Mareks Eltern einquartiert – und sind mit den bislang besten TempEau.-Songs zurückgekommen. Das Album bedeutet einen Quantensprung; man hat das Gefühl, das sich die Band erst jetzt richtig gefunden hat. Deutlich rockiger sind diese Lieder, für die man sich bei alten Helden wie den Pixies, The Cure und Police Inspiration geholt hat. Aber auch Jans Engagement am Hamburger Schauspielhaus beim Liederabend mit Songs von Rio Reiser hat deutliche Spuren hinterlassen.

So entstanden mit Songs wie ‚Elbtreppe’ einige der bislang politischsten Texte des einstigen Selig-Sängers. Der erklärt: „Dieses Lied zu schreiben war mir ein Herzensanliegen. Es geht um einen alten Kiez in Hamburg direkt an der Elbtreppe. Dort haben wir früher mit einem richtig tollen Ensemble von unterschiedlichsten Leuten in einer völlig einzigartigen Wohngemeinschaft zusammengelebt. Und nachdem rundherum alles Potsdamer Platz mäßig zugepflastert wurde, verkaufte der Eigentümer auch dieses Grundstück und die Alteingesessenen sollen nun einfach umgesiedelt werden, um Platz für so genannte Künstlerlofts zu machen. Das ist jetzt gerade aktuell und da musste ich was machen.“ Um die menschenverachtenden Methoden der Spekulanten zu geißeln, bedient sich Jan eines Albert Schweitzer-Zitats: „Menschen bauen Häuser und Häuser bauen Menschen.“

Nachdem Plewka früher vor allem für introspektive und teilweise auch ziemlich kryptisch verwobene Texte bekannt war, hat er seinen Ansatz für TempEau. also noch einmal überdacht und sich quasi neu positioniert. „Mit den neuen Songs will ich nun einmal versuchen Geschichten zu erzählen, von denen ich denke, dass sie eine Menge aussagen über die Welt und Zeit in der wir leben. Das hat es so von mir noch nicht gegeben und ich hoffe, dass das funktioniert.“ Und ob das funktioniert! „Greifswald“ etwa, ist ein Lied über neue Strategien diverser Nazi-Kader bei der Nachwuchs-Rekrutierung. Hier zeigt Jan, dass er sein Ohr am Puls der Zeit hat und brandaktuellen Themen mit reichlich Sensibilität und Tiefgang seinen ganz eigenen Stempel aufzudrücken versteht.
Aber natürlich kommt auch das freilich universell gültige Private nicht zu kurz. In ‚Vorbei’, der zu Tränen rührenden zweiten Single, singt er: „Ich werd’ dir verzeihen aber nicht mehr heut’, vorbei ist vorbei alles hat seine Zeit, wir werden sehen was übrig bleibt, aber heut’ werd’ ich in Frieden schlafen.“ „Dieses Lied musste ich mir schreiben, um wieder schlafen zu können nachdem mir ein Freund das Vertrauen entzogen hatte. Tagelang lag ich danach ruhelos im Bett, erst als ich den Text geschrieben hatte ging es mir wieder gut“, erklärt Jan. Und danach gab es auch mit dem Freund ein Happy End.

Jans erklärter Lieblingssong ist ‚Unten Am Hafen’, in dessen wildem Zwischenteil man tatsächlich das Gefühl hat ein Schiff ginge unter. ‚Nichts Und Niemand’ mit seinem absolut unvergesslichen Refrain für die Ewigkeit und seinen Reggae-Anklängen wurde dagegen für Police-Fan ‚Stoppel’ geschrieben: „An der Nummer haben wir am Meisten rumgebastelt, da es für mich ungewohnt war mit Off-Beats zu arbeiten“, erklärt Jan. Mit der jetzigen Version sind sie aber alle glücklich – wie übrigens mit dem gesamten Album.

Mit ‚Du Bist Verrückt Mein Kind’ gibt es des Weiteren ein ergreifendes Plädoyer für die Erhaltung des anarchischen Charakters von Berlin und der Sogkraft der Stadt für Andersartige aller Provenienz.
‚Ich Geh Nicht Mehr Aus’ schließlich, ist der ganz eigene Soundtrack zur Fußball-Weltmeisterschaft aus der Feder des bekennenden Nicht-Fußballfans Jan Plewka: „Dieses Ereignis kommt ja jetzt auf uns zu und in der allgemeinen Begeisterung geht ein bisschen unter, dass es da auch eine Menge Leute und vor allem auch Mädchen und Frauen gibt, die sich nicht so sehr für Fußball interessieren. Die Textzeile: ‚Ich schau mir das Endspiel im Fernsehen an und du weißt genau, dass ich Fußball nicht leiden kann’, ist diesen Leute gewidmet.“

Mit ‚Kein Weg zurück’, dessen Cover eine Art Hommage an ‚Abbey Road’ von den Beatles und das Bronski Beat-Album ‚The Age Of Consent’ darstellt, werden TempEau. nun ab Mai in den Clubs der Republik zum Tanz aufspielen. Dort kann maMit ‚Kein Weg zurück’, dessen Cover eine Art Hommage an ‚Abbey Road’ von den Beatles und das Bronski Beat-Album ‚The Age Of Consent’ darstellt, werden TempEau. nun ab Mai in den Clubs der Republik zum Tanz aufspielen. Dort kann man dann mit ‚Caroline Peters’ und all den anderen interessanten Charakteren des neuen Albums auf Tuchfühlung gehen. Zuletzt hat das bei den Showcases vor ausverkauften Häusern bereits bestens geklappt. Und wer weiß, vielleicht gibt es ja bei den für den Sommer anvisierten Festival-Gigs sogar ein Wiedersehen mit den Hasen aus der ‚Bundesvision’. Eventuell verrät Jan dann auch endlich was es mit den hoppelnden Tierchen auf sich hat. Denn: „Die haben natürlich eine Bedeutung, die wir irgendwann auflösen“.

Ob mit oder ohne Hasen – unsere Herzen haben Jan, Marek und ‚Stoppel’ längst erobert – durch ihre Beharrlichkeit. TempEau. schlagen ein ganz neues, aufregendes Kapitel deutschsprachiger Rockmusik auf. Jan Plewka, der nach dem Ende „der Zufallsgemeinschaft Selig“ einige Jahre brauchte, um wieder bei sich selbst anzukommen und Marek, der Schauspieler, der aber eigentlich immer Musiker sein wollte, sind endlich zu Hause angekommen.

Jan Plewka (g, backgr. voc), Marek Harloff (voc, b, keyb),Stephan „Stoppel“ Eggert (dr, backgr. voc)

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