Selten dämlicher Name, tolle Musik. So oder ähnlich lässt sich das Schaffen der Schweizer Band The Bianca Story zusammenfassen. Einzeln genommen sind die Komponenten des Bianca Story-Universums nichts Neues, aber in dieser Form verquirlt hat man das eben auch noch nicht gehört. Franz Ferdinand-artiger Gesang trifft hier auf Tuxedomon-inspirierte Synth-Sequenzen, Jazz auf Bluegrass, Post-Rock auf Strokes-Gitarren. Selbst bezeichnen die fünf Musiker ihren Stil als New Wave Rock’n’Roll und der erhält sein besonderes Moment vor allem durch das Wechselspiel des sanft streichelnden Baritons von Sänger und Gitarrist Elia Rediger mit dem zwischen Angry-Grrrl und verführerisch lasziver Diva changierenden Organ Anna Waibels, der zweiten Stimme der Band.
Kennen gelernt hatten sich Bianca Story – außer Rediger und Waibel noch Sean LeClair (Keyboards), Fabian Chiquet (Drums) und Romano Streit (Bass) – ziemlich Rock’n’Roll-untypisch an der Musikhochschule. Das mag zwar lahm klingen, birgt aber immerhin den Vorteil, dass hier wirklich mal jemand weiß was er tut. Zumal die Band an keiner Stelle mit technischem Können protzt, sondern sich mit Hingabe und Verve stets in den Dienst des Songs stellt.
Das ist ziemlich bald auch anderen Leuten aufgefallen, weswegen The Bianca Story unmittelbar nach der Gründung der Band an die Aufnahmen zum nunmehr vorliegenden Album-Debüt, “Hi-Society”, machten und für dieses auch schnell eine Plattenfirma fanden. Die erste Single “Paper Piano” wird parallel von Radios in ganz Europa gespielt, der zugehörige Videoclip gar bei Filmfestivals aufgeführt.
Zudem begab sich die Band schnell auf zahlreiche Tourneen, die sie unter anderem kreuz und quer durch die Schweiz, Deutschland und Österreich führten. Die Auftritte sind in ihrer Ganzheitlichkeit aus Performance, Licht und Musik denn auch der entscheidende Trumpf der Band Bianca Story. Derart ziehen die fünf Musiker einen auf der Bühne in ihren Bann, dass man schon bald gar nicht mehr wissen will, wer denn nun jene ominöse Bianca ist. Vielleicht auch besser so.

Michael Jäger