Sie mögen den Unterschied und sind allzeit bereit – die Londoner We Have Band im Interview über eine heiße Nacht, Intimität und Kräuterschnaps.

Wie gestern schon in der Fotoserie berichtet, ging es letzten Donnerstag in der Jägerklause in Berlin, Friedrichshain heiß her. Die urige Kneipe wurde anlässlich der Jägermeister Wirtshaustour zweckentfremdet und verwandelte sich in einen Konzert-tauglichen Club. Das Rahmenprogramm des Abends auf der Bühne bildeten dabei die Elektropopper We Have Band und der französische DJ Yuksek. Vorab trafen wir uns zwischen Kneipentresen und Kickertisch mit dem überaus sympathischen Londoner Trio We Have Band und sprachen mit ihnen über den kreativen Prozess, neues Soundmaterial und Erwartungshaltungen.

motor.de: Heute, anlässlich der Jägermeister-Wirtshaus Tour, wird es kuschelig. Was sind eure Erwartungen an den Abend?

Alle: Heiß und schwitzig.

DeDe: Das wird defintiv eine gute, heiße und schweißgebadete Nacht. Wir werden viel Spaß haben.

Darren: Wir freuen uns über die Nähe zum Publikum, die zwangsbedingt entstehen wird. So kommt man vielleicht auch mal kit dem Einen oder Anderen ins Gespräch.

Thomas: Ja, in so einer Atmosphäre fallen die Hemmungen schneller und das Publikum zerstört sich gern auch mal selbst. Das könnte interessant werden. Wir mögen das sehr. (lacht)

motor.de: Also wird die Größe des Veranstaltungsortes keinen Einfluß auf eure Performance nehmen?

Darren: Nicht wirklich, wir mögen es in Locations mit dieser Größenordnung zu spielen. Ob in London oder Berlin, überall gibt es kleinere Clubs und deswegen ist diese Räumlichkeit nichts neues für uns.

Thomas: Ok, man sollte schon zugeben, dass man natürlich immer mit verschiedenen Einstellungen an die Shows herangeht. Es macht schon einen Unterschied, ob man auf einer großen Bühne oder in einem kleinen Club spielt.

DeDe: Heute zum Beispiel ist es wieder ein wenig intimer und das spüren wir auch auf der Bühne.

Jägermeister Wirtshaus-Tour Berlin


motor.de: Was gefällt euch denn besser?

DeDe: Ich mag den Unterschied.

Darren: Ich würde sagen, dass es an den Leuten liegt. Wenn sie bereit sein Spaß zu haben, dann werden wir auch alles tun, was in unser Macht steht. Da macht es dann keinen Unterschied, ob große oder kleine Bühne.

DeDe: Seid ihr bereit, sind wir bereit!

motor.de: Ihr arbeitet gerade an neuen Songs. Was können wir vom neuen Material erwarten?

Alle: (lachen)

Darren: Ich hab mich schon gefragt, wo die Erwartungen bleiben. (lacht) Mir fällt es schwer zu sagen, was man erwarten kann, da ich zu sehr in den Arbeiten zum neuen Album stecke.

Thomas: Wir probieren uns defintiv aus und versuchen etwas neues. Es wird nichts, was wir schon hatten, alles klingt ein wenig weitgefächerter und umfangreicher.

Darren:
Ich denke, wir gehen mehr in die Tiefe. Zum Beispiel reden wir gemeinsam mehr über die Texte und die Musik wird, wie gesagt, umfangreicher. Eins kann man mit Sicherheit festhalten, unser Stil wird nicht der Gleiche bleiben.

DeDe: Aber es ist nicht Folk. (grinst)

motor.de:
Lasst ihr euch heute Abend vom Jägermeister entführen?

Thomas: Nein, eigentlich trinke ich lieber Rotwein.

DeDe: Ich werde es probieren.

Darren: Trinkst Du Jägermeister?

motor.de: Jeden Abend!

Darren: Na, wenn das so ist, dann werden wir auch Jägermeister trinken.

motor.de: Ich erwarte es und eine Antwort auf die Frage, wann man euer neues Album erwarten darf.

Thomas: Wir hoffen noch in diesem Jahr.

Darren: Nun, wir müssen es fertig stellen und zufrieden sein damit. Das ist Fakt. Wir arbeiten stets daran, wissen aber noch nicht genau, wann wir es veröffentlichen können.

motor.de: Wie kann man sich die Arbeiten daran vorstellen?

Thomas:
Der übliche Prozess wie Songs entstehen, wir schreiben und produzieren Demos. Manche Tracks sind so gut wie fertig, andere müssen wir noch überarbeiten. Wir reden viel miteinander über Dinge die das Album betreffen. Es stehen Entscheidungen an, welche Songs wir veröffentlichen und welche nicht.

We Have Band – “We Came Out”

motor.de: Während eines solchen Prozesses ändern sich oftmals ja auch die Erwartungen an das zu Schaffende. Ist das bei euch auch der Fall und wie macht sich das bemerkbar?

Thomas: Natürlich, die Dinge können sich ganz schnell ändern. Zum Beispiel macht man einen Song bei dem man vorher dachte das er richtig gut wird und nach einer Stunde merkt man, dass alles ganz anders gekommen ist und die Erwartungshaltung schwankt um.

Darren: Man hat immer unterschiedliche Erwartungen in Songs. Bei uns steckt immer eine gewisse Absicht dahinter, etwas was man damit ausdrücken möchte, eine Erwartung wie der Titel ankommen wird. Wir sind in der glücklichen Lage, durch die ganze Welt zu touren und zu sehen, was überall live damit passiert. Das verändert gleichzeitig auch wieder die Einstellung gegenüber eines Songs.

Thomas: Erwartungen auf der ganzen Welt. (lacht)

motor.de: Was erwartet ihr euch von der Zukunft?

Thomas: Das weiter machen zu können, was wir gerade tun: Musik schreiben und das Gefühl zu genießen, mit dem leben zu können, was uns Spaß bereitet.

Darren: Außerdem hoffe ich, dass wir das nächste Level erreichen, indem wir weiter hart arbeiten und dadurch unsere Musik und Shows immer besser werden.

motor.de: Mögt ihr Erwartungen?

Alle: (kollektives Überlegungs-Ähhh)

Thomas: Uh, ich weiß nicht, ob ich Erwartungen gut finde. Ich mag es auf alle Fälle, wenn Dinge einfach passieren.

DeDe: Ich für meinen Teil versuche ohne Erwartungen auszukommen.

Darren: Ich mag Erwartungen, weil ich denke, dass sie mich weiter vorwärts pushen.

Interview: Max Wege
Fotos: David Jonathan & Sebastian Gabsch