Schon 1992 nahm Tone mit Rap-Partner Iz und DJ Feedback unter dem Crewnamen Konkret Finn das Stück ‘Ich Diss Dich’ auf, das für viele Nachahmer zur Blaupause ihres Schaffens wurde. Doch die Plattenfirmen konnten damals wenig mit solchen Ansagen anfangen.

Erst 2001 wurde schließlich das klassische Material veröffentlicht. Doch zu dem Zeitpunkt gab’s Konkret Finn längst nicht mehr. Trotzdem freut sich Tone natürlich darüber, dass dieser Abschnitt seiner Karriere dokumentiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. “Die Stücke von Konkret Finn beschreiben schon sehr gut unsere damalige Phase. ‘Reim, Rausch Und Randale’ hieß das Album, und so war es auch eine Zeit lang. Wenn ich mich zurückerinnere, war ich bei gewissen Textinhalten auch nicht viel anders als viele Jungs heutzutage. Vielleicht war das nicht ganz so extrem, wie das jetzt am Start ist, aber ich kann das schon nachvollziehen. Das ist jedoch nicht mehr mein Ding. Ich kann mich damit nicht mehr identifizieren und muss mir das den ganzen Tag anhören, weil es mir soviel bringt.”

Nach unzähligen Gastauftritten bei J-Luv, Curse und D-Flame will er nun allen beweisen, dass er immer noch weiß, wo der Hammer hängt. Aber auch, dass Battle nicht gleich Battle ist. So geht’s bei der Vorabsingle ‘Reimroboter’ natürlich schon darum, dass er alle Gegner platt macht. Trotzdem ist ihm bei der Musik vor allem wichtig, dass er auch immer den Vibe des Beats umsetzt. So wurde eben der Text stark durch ein Sample von Kraftwerk beeinflusst. “Es muss immer eine Verbindung entstehen. Für mich war das in dem Fall dieser elektronische, futuristische Ansatz. Das Sample mussten wir natürlich abklären. Dafür, dass wir die Zusage bekommen haben, können wir uns schon ein Kreuz im Kalender machen. Damit sind die nicht immer einverstanden.”

Der Beat lädt außerdem natürlich zum Breakdancen ein. Seine eigene Karriere als Tänzer beendete Tone aber fast schneller, als er sie begonnen hat. Über das Kapitel rappt er ja auch im Stück ‘Mehr Als Musik’, dass er 2003 zusammen mit D-Flame für dessen z.T. sehr bewegende CD ‘Daniel X – Eine Schwarze Deutsche Geschichte’ aufgenommen hatte: “Breakdance hat mich natürlich pervers infiziert./ Doch ich musste lernen, wie wichtig es ist, dass man erstmal trainiert./ Mit ‘nem Scout-Ranzen wollte ich auch tanzen./ Ich machte die große Raupe, die ich so versaute, dass ich Erste Hilfe am Boden brauchte.”

Dann sollen sich lieber andere schön bewegen, wozu ja auch der von seinen Produzenten Feedback, A-Bomb und Combad orientalisch angehauchte Party-Track ‘Tanz Für Mich’ auffordert. “An ‘Tanz Für Mich’ haben wir sprachlich sehr krass rumgefeilt. Denn meine Zeilen reimen sich nicht nur auf die türkischen Worte von Düsman, sondern haben auch einen inhaltlichen Bezug. Wer beide Sprachen versteht, merkt dann, dass der Sinn auch erhalten bleibt. Dazu singt noch eine marokkanische Sängerin. DJ Feedback ist Halbtürke, A-Bomb und Combad – meine beiden anderen Produzenten, die früher auch bei den Asiatic Warriors waren – sind Türken. Da war schon vorhersehbar, dass orientalische Einflüsse von den Beats her einfließen würden. Mein Umfeld ist eben komplett multikulti. Das ist dann klar, dass ich das auch als Musiker ausdrücke.”

In der Musik drückt er allerdings auch aus, wie er abgehen würde, wenn er sich nicht mit Rap abreagieren könnte. ‘Würd Ich Nicht Rappen’ ist ein Lied, das ein bisschen beschreibt, was diese Ausdrucksform eigentlich für ihn bedeutet. “Auch wenn es abgedroschen klingt, musst du dieses Ding als Ventil respektieren. Für mich ist das so. Durch Rap kann ich Emotionen verarbeiten, die ansonsten in mir bleiben würden. So lange ich durch das, was ich schreibe, keine neue Negativität entstehen lasse, kann ich Leuten, die das Gefühl nachvollziehen können, vielleicht einen Schub verpassen. Der eine geht boxen, der andere malt oder was weiß ich. Und ich rappe halt, um meinen Ärger, meinen Frust und das ganze Zeug loszuwerden und es zu etwas Positivem zu machen.”

Text: Holger Köhler